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Und sie nähten Feigenblätter

311) „Und sie nähten Feigenblätter“, das heißt, sie lernten verschiedene Arten von Zauber und Magie und klammerten sich an den unter ihnen, die Sitra Achra. „Und sie nähten Feigenblätter“, d. h. sie hielten sich an den Schatten des Baumes fest, von dem sie aßen, um von ihm bedeckt zu werden, denn die Blätter des Baumes werfen einen Schatten unter ihnen.

Schatten bedeutet die Verhüllung des Lichts seines Angesichts, wie ein Schatten, der entsteht, wenn das Licht der Sonne verdeckt wird. Das ist so, weil das Höhere Licht mit dem Licht der Sonne verglichen werden kann, das die Wurzel aller Lichter in dieser Welt ist. Ebenso ist das Höhere Licht die Wurzel aller Lichter in der Wirklichkeit. Das ist die Bedeutung dessen, was geschrieben steht: „Bis der Tag atmet und die Schatten fliehen, wende dich, mein Geliebter, und sei wie eine Gazelle.“

Es gibt einen Schatten der Kedusha [Heiligkeit], der durch die Erlangung der Größe des Schöpfers kommt. Dieser wirkt auch in die entgegengesetzte Richtung – er dehnt das Höhere Licht aus, so wie wir es über Moses lernen, der zur Belohnung dafür, dass er sein Angesicht verbarg, mit den Worten „Und der Ewige sprach zu Moses von Angesicht zu Angesicht“ belohnt wurde. So wurde Moses, durch den Schatten, den er über sich ausdehnte, um sein Angesicht zu verbergen, so wie es geschrieben steht: „Denn er fürchtete sich, Gott zu sehen“, mit „Das Bild des Ewigen sieht er“ belohnt.

Also wurde dieser Schatten zur Vorbereitung und zum Gewand für all das große Licht, das Moses erlangte. Aber das gilt speziell für den Schatten der Kedusha [Heiligkeit], der durch eine Mizwa entsteht, so wie bei Moses. Nicht aber bei einem Schatten, der aufgrund einer Sünde entsteht. Vielmehr ist dieser die Wurzel der Finsternis, die das Angesicht der Menschen verdunkelt, und er wird „der Schatten des Todes“ genannt.

Vor der Sünde am Baum der Erkenntnis gab es keinen Schatten der Sitra Achra in der Welt, sondern nur einen Schatten der Kedusha [Heiligkeit]. Das war der Fehler von Adam haRishon. Die Sünde am Baum der Erkenntnis bewirkte, dass alle Höheren Lichter, die er im Bezug zur höheren Herrlichkeit erlangte, ihn verließen. Danach steht geschrieben: „Und sie erkannten, dass sie nackt waren“ von allen Lichtern. Dann fiel der Schatten der Sitra Achra auf sie, d. h. die Verhüllung und der Schatten, der durch die Übertretung entsteht, und dann steht geschrieben: „Und sie nähten Feigenblätter und machten sich Gürtel.“

Blätter bedeuten Schatten, denn die Blätter des Baumes werfen einen Schatten. Eine Feige ist die Sünde des Baumes der Erkenntnis, so wie wir lernen, dass der Baum der Erkenntnis eine Feige war. Sie irrten sich und dachten, dass dieser Schatten der Feigenblätter, der Schatten, der wegen der Übertretung des Baumes der Erkenntnis auf sie fiel, dem Schatten der Kedusha [Heiligkeit] gleicht, der alle Lichter ausdehnen kann, so wie bei Moses. Aus diesem Grund machten sie sich Gürtel aus diesem Schatten, so wie geschrieben steht: „Wie der Gürtel an der Hüfte eines Mannes anhaftet, so habe ich das ganze Haus Israel an mich gebunden“, was Anhaftung aus der Verhüllung heraus bedeutet.

Dort wird jedoch von einem Gürtel gesprochen, der aufgrund des Schattens der Kedusha [Heiligkeit] gemacht wurde, wohingegen der Gürtel aus Feigenblättern ein Schatten aufgrund von Übertretung ist, wie es geschrieben steht: „wie dieser Gürtel, der zu nichts gut ist.“

Und nach diesem Fehler versteckte sich Adam haRishon in den Bäumen des Gartens und entschuldigte sich vor dem Schöpfer, indem er sagte: „Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt.“ Er prahlte mit seiner Tat vor dem Schöpfer und verglich sich mit Moses, der sein Angesicht vor dem Anschauen Gottes verbarg. Er dachte, dass er durch diesen Schatten sofort mit all den Lichtern belohnt werden würde, die vor ihm geflohen waren.

Aber der Schöpfer antwortete ihm: „Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?“ Das heißt: „Was ist der Grund dafür, dass du deine Lichter verloren hast und in den Schatten gefallen bist?“ „Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir befohlen habe, nicht zu essen?“ Das heißt: „Ist dies aufgrund einer Mizwa [Gebot] zu dir gekommen? Dieser Schatten ist wegen einer Übertretung zu dir gekommen; er ist ein Schatten des Todes, der Schatten der Sitra Achra.“

Deshalb segnete Er ihn nicht nur nicht, sondern verfluchte ihn sogar, weil sie sich an den Schatten des Baumes, von dem sie aßen, anhafteten, der ein Schatten ist, der durch eine Übertretung kommt. Und damit hafteten sie an einem Schatten des Todes.

Es wurde gesagt, dass sie verschiedene Arten von Zaubern und Magie gelernt haben. Sie heißen „Zauber“, weil sie den höheren Haushalt ablehnen. Wären die Zauber nicht gewesen, hätten die Gerechten Zeichen aus der höheren Welt ausdehnen können, um die Welt dem Schöpfer näher zu bringen, so wie es beim Auszug aus Ägypten und in den Tagen Josuas und der Propheten war.

Aber durch die Sünde des Baumes der Erkenntnis wurden die vier Welten ABYA der Sitra Achra den vier Welten ABYA der Kedusha entgegengesetzt, so wie es geschrieben steht: „Gott hat die eine der anderen entgegengesetzt.“ Das heißt, allen Kräfte, die in ABYA der Kedusha existieren, um die Welt dem Schöpfer näherzubringen, wurden Kräfte in ABYA der Unreinheit entgegengesetzt, um die Welt vom Schöpfer zu entfernen.

So wie die Übertretung mit dem Baum der Erkenntnis zur Wurzel wurde, von der sich alle Übertretungen in der Welt bis zum Ende der Korrektur ausdehnen, wurde der Schatten, die Macht der Verhüllung über die Kedusha – die sich von der Übertretung des Baumes der Erkenntnis ableitet, Feigenblätter genannt – zur Wurzel, von der sich alle Kräfte der Verhüllung der Kedusha [Heiligkeit] ausdehnen. In der Regel werden sie „die vier Welten ABYA der Unreinheit, die gebaut wurden“ genannt, so wie es geschrieben steht: „Gott hat die eine der anderen entgegengesetzt gemacht“, womit die vier Welten ABYA der Unreinheit gemeint sind, die den vier Welten ABYA der Kedusha [Heiligkeit] entgegengesetzt sind.

Dieser Wurzel am nächsten sind die Zauber. Ihnen wurde die gleiche Kraft gegeben wie der Kedusha, um den Haushalt von oben abzulehnen, so wie es die Zauberer gegen Moses‘ Zeichen und Wunder taten, wie es geschrieben steht: „Und auch sie, die Zauberer Ägyptens, taten dasselbe mit ihrer Zauberei.“

Genauso ist es mit Elia, der betete, damit nicht gesagt werden kann: „Es sind Zauber.“ Deshalb werden die Gerechten außer bei außergewöhnlichen Ereignissen – dem Auszug aus Ägypten und in den Tagen der Propheten – keine Zeichen und Wunder ausdehnen können, um die Welt dem Schöpfer näher zu bringen, denn sie wissen genau, dass ABYA der Unreinheit den Zauberern die Macht geben wird, dasselbe mit ihren Zaubern zu tun.

So steht es über das Ende der Korrektur geschrieben: „Wie in den Tagen, als ihr aus dem Land Ägypten ausgezogen seid, werde ich euch Wunder zeigen“, denn dann wird der Geist der Unreinheit von der Erde verschwinden, und es wird vor ABYA der Unreinheit keine Furcht mehr geben. Dann werden die Gerechten Zeichen und Wunder ausdehnen, so wie es beim Auszug aus Ägypten war.

Deshalb wurde gesagt, dass sie verschiedene Arten von Zaubern und Magie erlernten, denn durch die Kraft der Feigenblätter, die der Schatten ist, der durch die Übertretung des Baumes der Erkenntnis erschaffen wurde, wurden alle Zauber herausgezogen. Indem sie diese Feigenblätter sahen, lernten sie verschiedene Arten von Zaubern und Magie, die von ihnen auf die Welt ausgedehnt wurden.

Zu dieser Zeit verringerte sich die Höhe und Stufe Adams auf hundert Ellen, und zwischen SA und der Nukwa wurde eine Trennung vorgenommen. Adam stand im Urteil, und die Erde wurde verflucht.

Adam haRishon reichte von der Erde bis zum Firmament unter Azilut. Er schloss die drei Welten BYA ein, in denen es in jeder Welt vier Parzufim, AwI und SoN, und in jedem Parzuf zehn Sefirot gibt. Aber nach der Sünde flohen die neun Sefirot der Lichter in jedem Parzuf von ihm und gingen zu ihrer Wurzel, und die unteren neun der Gefäße in jedem Parzuf fielen in die Klipot [unreinen Kräfte]. So blieben ihm einzig und allein die Gefäße von Keter in jedem Parzuf mit dem Licht von Nefesh. Nur die ersten beiden Parzufim von Brija verließen ihn ganz.

So blieben ihm von den zehn Parzufim von BYA zehn Ketarim  übrig, von denen jeder alle umfasst, und das sind 100 Ketarim oder 100 Ellen, so wie gesagt wurde: „Zu jener Zeit verringerte sich die Höhe und Stufe Adams auf 100 Ellen“, 100 Ketarim.