Eine aufsteigende Flamme
247) Es wurden zwei Verse gesagt: Der erste Vers: „Denn der Ewige, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer.“ Das bedeutet, dass es unmöglich ist, an ihm anzuhaften, so wie es unmöglich ist, am Feuer anzuhaften. Der zweite Vers lautet: „Und ihr, die ihr an den Ewigen, euren Gott, anhaftet, ihr lebt heute alle.“ Es ist also doch möglich, an ihm anzuhaften.
Es steht geschrieben: „Denn der Ewige, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer.“ Er ist ein Feuer, das verzehrt und vernichtet, denn er ist ein Feuer, das stärker ist als gewöhnliches Feuer.
248) Alle, die die Weisheit der heiligen Vereinigung erkennen wollen, werden in die Flamme schauen, die aus der Glut oder aus der brennenden Kerze aufsteigt, denn die Flamme steigt nicht auf, außer wenn sie sich an etwas Festem festhält.
249) Es gibt zwei Lichter in der aufsteigenden Flamme. Das eine ist das leuchtende weiße Licht, und das andere ist das Licht, an dem das weiße Licht sich festhält. Es ist entweder ein schwarzes oder ein azurblaues Licht. Das weiße Licht, das leuchtet, ist oben, das Licht, das aufrecht aufsteigt. Darunter befindet sich das azurblaue oder schwarze Licht, das ein Thron für das weiße Licht ist.
250) Das leuchtende weiße Licht ist über dem azurblauen Licht angebracht. Sie halten sich gegenseitig fest und vereinen sich miteinander, um vollkommen eins zu werden. Und das schwarze Licht oder der azurblaue Schein, der darunter liegt, ist der Thron für das weiße Licht. Deshalb offenbart es sich als Azur, denn es ist der Thron, und der Thron ähnelt dem Azur.
251) Dieser Thron des azurblauen oder schwarzen Lichts greift eine weitere Sache, die sich unter ihm befindet, und ihn dazu aufruft, zum weißen Licht zu greifen, um angezündet zu werden.
252) Und das azurblaue und schwarze Licht wird manchmal wieder rot. Das weiße Licht darüber verändert sich nie und ist immer weiß. Aber das azurblaue Licht wechselt zu diesen Farben: Mal ist es azurblau oder schwarz, und mal ist es rot.
253) Das azurblaue Licht greift nach zwei Seiten: oben in das weiße Licht und unten in das Grobe darunter, in den Docht, der dafür vorbereitet ist, um ihn zu erleuchten und daran zu haften. Durch den Docht wird ihm ein Halt gegeben, durch den es am leuchtenden weißen Licht anhaftet.
Erläuterung: Das weiße Licht ist das Or Chassadim, das Licht von SA, Yud-Hej-Waw von HaWaYaH. Das azurblaue oder schwarze Licht, das Licht von Nukwa, ist das untere Hej von HaWaYaH. Das leuchtende weiße Licht, das Licht des Punktes von Cholam, das Or Chassadim, der Rechten Linie, ist das Licht der Höheren AwI. Das azurblaue oder schwarze Licht, das Licht des Punktes von Shuruk, ist das Or Chochma und der Linken Linie, das Licht von ISHSuT.
Es ist bekannt, dass die beiden Linien, die Rechte und die Linke, sich von den beiden Punkten Cholam und Shuruk ausdehnen; sie befinden sich im Streit. Sie können nicht leuchten, bevor nicht die Stufe von Chassadim auf dem Massach des Punktes Chirik, dem Massach von SA, also von Bchina Alef entsteht. Zu diesem Zeitpunkt wird sie zur Mittleren Linie, die sich zwischen den beiden Linien – der Rechten und der Linken – entscheidet, die sich miteinander vermischen. Die Linke empfängt das Leuchten der Chassadim von der Rechten und die Rechte empfängt das Leuchten von Chochma von der Linken.
Die Kraft dieses Massach am Punkt von Chirik wird als das Grobe angesehen, das auch das azurblaue Licht, also die Linke Linie, erleuchtet, und es mit dem leuchtenden weißen Licht, der Rechten Linie, verbindet. Ohne dieses Grobe würden die beiden Linien – die Rechte und die Linke – im Streit verbleiben und nicht leuchten. Diese drei Punkte entstehen zuerst in Bina, drei aus einem heraus, dann entstehen sie auch in SoN, und einer wird mit den dreien belohnt.
Wenn SoN diese Mochin in Vollkommenheit empfängt, bekleiden sie AwI und ISHSuT. Zu diesem Zeitpunkt wird SA zum Licht des Punktes Cholam, wie AwI, und Nukwa wird zum Licht des Punktes Shuruk, wie ISHSuT. Sie können erst dann einen Siwug miteinander eingehen, wenn die Stufe von Chassadim auf dem Massach von Bchina Alef entsteht, welche die die beiden Punkte bestimmt, so wie in Bina.
Doch hier befindet sich der Massach von Chirik in den Seelen Israels, denn so wie die Buchstaben ELeH von Bina SoN zu sich erheben und ihr Massach als die entscheidende Linie in Bina dient, so heben die Buchstaben ELeH von SoN die Seelen Israels zu sich an und ihr Massach dient als die entscheidende Linie in SoN.
Das Grobe, das die Nukwa – den Punkt von Shuruk und die Linke – dazu bringt, sich mit SA, dem Cholam, zu verbinden, ist also die Kraft des Massach in den Seelen von Israel. Es gibt keine Erweckung für das azurblaue Licht, um zu leuchten und sich mit dem weißen Licht zu verbinden, außer durch Israel, weil sie die Träger des Massach von Chirik sind, ohne den es keine Vereinigung von SA und Nukwa gibt.
254) Das azurblaue Licht in der Kerze frisst und verzehrt immer dieses Grobe, das dafür bestimmt wurde, den Docht, denn alles, woran das azurblaue Licht von unten anhaftet und sich festhält, verzehrt und verbrennt es. Es verzehrt und frisst, weil die Zerstörung und der Tod von allem von ihm ausgehen, denn das azurblaue Licht ist die Nukwa, der Baum der Erkenntnis, von dem Tod und Zerstörung ausgehen.
255) Das weiße Licht, das sich über dem azurblauen Licht befindet, frisst und zerstört nicht. Sein Licht ändert nicht die Farbe, denn das weiße Or Chassadim verändert sich nie und vergröbert sich nie. Es gibt auch keinen Halt für die Urteile in ihm, weshalb es weder verbrennt noch verzehrt.
Deshalb hat Moses gesagt: „Der Ewige, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer.“ Er ist wirklich ein verzehrendes Feuer, das alles unter sich verbrennt und verzehrt. Deshalb hat Moses gesagt: „Der Ewige, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer“, und nicht: „Der Ewige, unser Gott“, denn Moses war eine Merkawa [Wagen/Struktur] für das weiße Licht von oben, das weder verbrennt noch verzehrt, weil es keinen Halt für die Urteile darin gibt.
256) Es gibt keine Erweckung für das azurblaue Licht, um zu leuchten und sich mit dem weißen Licht zu verbinden, außer durch Israel, das sich von unten daran anhaftet, wie der Docht, der sich von unten an das azurblaue Licht anhaftet.
257) Obwohl das Verhalten dieses azurblauen, schwarzen Lichts darin besteht, alles zu verzehren, was von unten daran haftet, bleibt Israel, das sich von unten daran anhaftet, am Leben, wie es geschrieben steht: „Und ihr, die ihr dem Ewigen, eurem Gott, anhängt, seid heute alle am Leben.“
Es steht geschrieben: „dem Ewigen, deinem Gott“, also Nukwa, und nicht „dem Ewigen, unserem Gott“, SA, für den Moses eine Merkawa (System) ist. Deshalb sagte er zu ihnen: „Und ihr, die ihr euch an dieses azurblaue und schwarze Licht anhaftet“, das alles verbrennt und verzehrt, was sich von unten daran anhaftet. Doch ihr haftet daran an und lebt, so wie es geschrieben steht: „Ihr lebt heute alle“, denn das azurblaue Licht hat sie nicht verbrannt oder verzehrt.
258) Es gibt ein verborgenes Licht, das das weiße Licht umgibt und über ihm ist, und darin gibt es ein erhabenes Geheimnis, das auf das Höhere Licht hindeutet, das SA umgibt, das weiße Licht, in dem es keinerlei Erlangung oder Wahrnehmung gibt. Du wirst alles in der Flamme, die aus der Kerze aufsteigt, finden, das azurblaue Licht, das weiße Licht, und das verborgene, umgebende Licht. Die Weisheit der Höheren, ist darin angedeutet.
259) Chochma ist in der heiligen Vereinigung, weil das untere Hej des heiligen Namens, die Nukwa – das azurblaue und schwarze Licht – sich mit Yud-Hej-Waw, SA – dem leuchtenden weißen Licht – verbindet.
260) Manchmal ist das azurblaue Licht der Buchstabe Dalet, manchmal ist es der Buchstabe Hej. Wenn Israel nicht von unten an ihr anhaftet, um sie zu erleuchten und mit dem weißen Licht zu verbinden, dann wird sie als der Buchstabe Dalet angesehen. Wenn Israel sie erweckt, indem es MaN erhebt, um sich mit dem weißen Licht zu verbinden, wird sie Hej genannt.
261) Es steht geschrieben: „Wenn es eine junge Frau (Naara) gibt.“ Aber es steht „Junge Frau“ ohne den Buchstaben Hej, weil sie sich nicht mit dem Männlichen verbunden hat, und wo es kein Männliches und Weibliches gibt, da gibt es auch keinen Buchstaben Hej. Deshalb steht „Junge Frau“ ohne Hej geschrieben, und das Hej stieg von dort nach oben und ließ die Nukwa im Buchstaben Dalet, was auf Dürftigkeit und Armut hinweist.
262) Wenn sie sich mit dem leuchtenden weißen Licht vereint, wird sie Hej genannt, denn dann ist alles als eins verbunden – die Nukwa haftet an dem weißen Licht, und Israel haftet an ihr und steht unter ihr um sie zu entzünden, durch MaN, das die Buchstaben ELeH erheben. Zu diesem Zeitpunkt ist alles eins, weil SA und Nukwa sich vereinigt haben, und Israel erhebt MaN zu der Nukwa, um sie zu entzünden und sie mit SA zu verbinden, denn ohne ihr MaN würde sie sich nicht verbinden. Dann verbinden sie sich auch mit ihnen, denn der Untere wird mit dem vollen Maß belohnt, das er im Höheren bewirkt, und dann werden der Schöpfer, seine Shechina und Israel eins.
263) Das ist die Bedeutung des Opfers. Der Rauch, der vom Feuer aufsteigt, erweckt das azurblaue Licht, um es zu entzünden. Wenn es sich entzündet, verbindet es sich mit dem weißen Licht, und die Kerze, die Shechina, wird in einer Vereinigung entzündet, indem sie am weißen Licht und am Rauch anhaftet, und alle drei werden eins.
264) Und weil es die Art dieses azurblauen Lichts ist, alles, was darunter anhaftet, zu verzehren und zu verbrennen, steht, wenn es eine Zeit des guten Willens gibt und die Kerze in einer Vereinigung brennt, geschrieben: „Dann fiel das Feuer des Ewigen und verzehrte das Brandopfer.“ Und dann, wenn alles unter ihr verbrannt ist, brennt die Kerze, die Shechina, in einer Verbindung und einer Vereinigung, denn das azurblaue Licht hat sich an das weiße Licht angehaftet, und sie eins sind .
Wie sind sie eins? Das azurblaue Licht, die Nukwa, verbindet sich mit dem weißen Licht, SA, und beide werden eins. Außerdem verbrennt und verzehrt das azurblaue Licht unter sich das Fett und die Opfergaben. Das bedeutet, dass es nur dann unter sich verzehrt und verbrennt, wenn es zum weißen Licht aufsteigt. Daraus folgt, dass sich alles – der Rauch und das azurblaue Licht – mit dem weißen Licht verbindet und vereinigt, und dann wird der Frieden durch alle Welten ausgedehnt, und alles verbindet sich in einer Einheit.
265) Und wenn das azurblaue Licht damit fertig ist alles unter sich zu verbrennen und zu verzehrt, kommen Priester und Leviten und Israeliten und haften mit an ihm, mit der Freude an Liedern – die dichtenden Leviten -, mit der Ausrichtung des Herzens – die Priester – und mit Gebeten – Israel. Und die Kerze, die Shechina, brennt über ihnen und leuchtet, die Lichter haften als eines an, die Welten leuchten, und Höheren und Unteren sind gesegnet.
266) Dann steht über Israel geschrieben: „Und ihr, die ihr dem Ewigen, eurem Gott, anhaftet, seid heute alle am Leben.“ Es steht geschrieben: „Und ihr“ mit einem Waw, um den Verdienst des Fetts und der Opfergaben zu ergänzen. Das ist so, weil das Fett und die Opfergaben, die am azurblauen Licht anhaften, verzehrt und verbrannt werden, wohingegen ihr am azurblauen, schwarzen Licht, das verbrennt und verzehrt, anhaftet am Leben bleibt, wie es geschrieben steht: „seid heute alle am Leben.“ Dieser Zusatz deutet sich in dem Buchstaben Waw des Wortes „dieUnd ihr“ an.
267) Alle Farben, die sich in einem Traum offenbaren, sind ein gutes Zeichen, außer der Farbe Azur, die immer frisst und verzehrt. Das ist der Baum, in dem der Tod ist, Nukwa, der Baum der Erkenntnis über Gut und Böse, der auf der unteren Welt, dieser Welt, steht. Und weil alles unter ihm ist, frisst und verzehrt er sie.
268) Die Nukwa von SA existiert auch im höheren Himmel, in der Welt von Azilut. Mehrere Armeen in BYA breiten sich von der Nukwa aus, und sie leben und existieren. Wie wurde also gesagt, dass das azurblaue Licht, Nukwa von SA, alles frisst und verzehrt, was unter ihm ist?
All die Armeen von oben, in den drei Welten BYA über dieser Welt, sind in das azurblaue Licht selbst eingeschlossen und befinden sich nicht unter ihm. Aber diejenigen unter dieser Welt sind nicht in das azurblaue Licht selbst eingeschlossen, weil sie das Grobe sind, auf dem die Welt steht und existiert. Es hält und existiert durch sie wie das Licht im Docht, und ohne sie würde die Welt nicht existieren. Deshalb frisst und verzehrt sie sie. Unten, in der unteren Welt, gibt es nichts, was es nicht verzehren würde, denn das azurblaue Licht verzehrt alles, was unter ihm ist.