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Stimme (Kol) und Rede (Dibur)

236) Die Tora, SA, steht zwischen zwei Häusern, zwischen zwei Weiblichen, denn die Nukwa wird „Haus“ genannt, so wie es geschrieben steht: „Und er soll ein Tempel sein und ein Stein des Anstoßes und ein hinderlicher Fels für beide Häuser Israels.“ Das eine Haus ist das verborgene, Höhere, die Höhere Ima, Bina. Und ein Haus ist mehr offenbart. Die Höhere, verborgene, Bina, ist eine große Stimme (Kol). So steht es geschrieben: „mit großer Stimme, und sie ging nicht mehr weiter.“

237) Diese Stimme ist innerlich; sie wird weder gehört noch offenbart. Sie wird nicht laut gehört; sie offenbart sich nicht als Rede (Dibur) und dann stößt die Verbindung von Gaumen und Kehle den Buchstaben Hej im Flüsterton aus, ohne dass darin ein Ton ist. Dieser Siwug fließt fortwährend und hört nie auf. Es ist eine feine, innere Stimme, die nie gehört wird.

Wenn das Leuchten von Chochma in den Mochin, die in einem Siwug entstehen und geboren werden, ist, sind sie draußen zu hören und offenbaren sich durch den Siwug der Stimme und der Rede. Aber wenn die Mochin von Chassadim bedeckt sind und vor dem Leuchten von Chochma verhüllt sind, werden sie draußen nicht gehört und offenbaren sich nicht.

Der Siwug der Höheren AwI erfolgt durch den Gaumen und die Kehle von AA, wobei Aba der Gaumen und Ima die Kehle ist. Und weil AwI immer in verdeckten Chassadim sind, so wie es geschrieben steht: „Weil er Freude an der Gnade (Chafez Chessed) hat“, gilt ihr Siwug in dem Buchstaben Hej als ein Flüstern, so wie die Aussprache des Buchstabens Hej, die aus dem Siwug von Gaumen und Kehle entsteht und außen nicht zu hören ist.

Dieser Klang des Buchstabens Hej ist Ima, die höhere Nukwa von SA, die von Aba empfängt. Über sie steht geschrieben: „mit einer großen Stimme, und sie ging nicht mehr weiter“, denn der Siwug von AwI ist ein immerwährender Siwug, der nie aufhört, und deshalb ist er groß.

238) Von AwI, die eine große Stimme (Kol) sind, geht die Tora, die Stimme Jakobs, SA, aus. Diese Stimme, die gehört wird, entsteht aus einer Stimme, die nicht gehört wird, aus AwI. Danach geht die Rede (Dibur), Nukwa, einen Siwug mit ihr ein, und die Rede kommt heraus und offenbart sich durch die Kraft und Macht von Jakobs Stimme.

Die Stimme Jakobs, die Tora, SA, ist zwischen zwei Nukwaot (Pl. von Nukwa) eingefasst. Sie ist an das Innere, das nicht gehört wird, Ima, und an das äußere, wo sie gehört wird, Nukwa, gebunden. Die innere Nukwa, Ima, gibt ihm die Mochin und die Segnungen. Die äußere Nukwa, seine Nukwa, empfängt von ihm Mochin und die Segnungen.

239) Zwei werden draußen nicht gehört, weil sie verdeckte Chassadim sind, und zwei werden draußen gehört, weil sie in offenbarten Chassadim, im Leuchten von Chochma sind. Die zwei, die nicht gehört werden, sind das obere, verborgene Chochma, AA, das steht und in einen Gedanken, also in den oberen Aba, gekleidet ist, der in der Rede (Dibur) nicht offenbart wird und auch in der Stimme (Kol) nicht gehört wird. Danach offenbart er sich in einem Flüstern, das nicht gehört wird, in der Aussprache des Buchstabens Hej – was als „große Stimme“ bezeichnet wird, eine feine Stimme, die im Flüsterton hervorkommt, was die Höhere Ima bedeutet. Diese beiden, AwI, sind nicht zu hören.

240) Zwei, die gehört werden, entstehen aus den zwei, die nicht gehört werden. Das sind die Stimme (Kol) Jakobs, SA, und die Rede (Dibur), die sich mit ihm vereint, Nukwa von SA. Die große Stimme, die flüstert und nicht gehört wird, Bina, ist ein Haus für das höhere Chochma, was Aba ist.

Jedes Weibliche wird „Haus“ genannt, also wird Bina, die weiblich ist, „Haus“ genannt. Und die letzte Rede, Nukwa von SA, ist das Haus für die Stimme Jakobs, die die Tora, SA, ist. Das ist auch der Grund, warum die Tora mit Bet von “BeReshit” beginnt.

241) BeReshit Bara Elokim [Im Anfang erschuf Gott], so wie es geschrieben steht: „Und der Ewige, Gott, baute die Rippe.“ Das heißt, der Bau der Nukwa durch AwI wird hier angedeutet.

„Den Himmel“ sind die großen SoN, so wie es geschrieben steht: “Und Er brachte sie zu Adam.“

„Und die Erde“ sind die kleinen SoN, so wie es geschrieben steht: “Ein Knochen von meinen Knochen.“

Bara [erschaffen] ist verborgen; es ist Asher, der aus Reshit hervorging, was bedeutet, dass die Buchstaben ELeH von Bina zu SoN herabgesenkt wurden und Bina in WaK, den Buchstaben MI, zurückblieb. Danach erhoben sie die Buchstaben ELeH wieder zu sich, sie erhielt wieder GaR, und der Name Elokim war vollkommen. Das ist die Bedeutung von „Im Anfang erschuf Gott“.

Auch SoN steigen zusammen mit den Buchstaben ELeH, die von Bina erhoben werden, auf da sie mit ihnen verbunden sind. Dort erlangen sie die Mochin von Bina.

Daher ist der Bau der Nukwa, durch ihren Aufstieg zu AwI, Bina, in „BeReshit Bara Elokim“ angedeutet, wo der Aufstieg von Seir Anpin und Nukwa zu AwI und die Erlangung der Mochin von ihnen angedeutet sind. Deshalb steht geschrieben: „Im Anfang erschuf Gott die Rippe“, „Und der Ewige, Gott, baute die Rippe“.

„Und Er brachte sie zu dem Mann“ ist die Korrektur des Massach in der Nukwa, um sie zu befähigen, Chassadim von SA zu empfangen. Die Worte „Und Er brachte sie“ deuten die große Nukwa an, oberhalb des Chase von SA, was in dem Wort Et [der] in dem Vers „der Himmel“ angedeutet wird. Das heißt, das Wort „der“ – das die große Nukwa des Himmels, SA ist, von der geschrieben steht: „Und Er brachte sie zu dem Mann“ – bedeutet, dass er sie für das Empfangen von Chassadim befähigte.

Die zehn Sefirot KaCHaB TuM werden Mark, Knochen, Sehnen, Fleisch und Haut genannt. Knochen sind Chochma, so steht es geschrieben: „Und die Erde“, womit die kleine Nukwa unter dem Chase angedeutet wird, die einzig und allein für das Empfangen von Chochma eingerichtet wurde. So steht über sie geschrieben: „Ein Knochen von meinen Knochen“, was bedeutet, dass sie Chochma empfängt.

Das ist sicherlich das Land der Lebenden, denn die kleine Nukwa, die sich in den Worten „und die Erde“ andeutet, wird „das Land der Lebenden“ genannt. Das Or Chochma wird Or Chaja genannt. Wenn also die Nukwa Or Chochma hat, wird sie „das Land der Lebenden“ genannt. Das ist die Bedeutung dessen, was geschrieben steht: „Die Weisheit bewahrt das Leben ihres Besitzers.“