Lass die Erde Gras hervorbringen
158) „Lass die Erde Gras hervorbringen, Kraut, das Samen trägt, und Obstbäume, die Früchte nach ihrer Art tragen.“ Das deutet auf die Verbindung des oberen Wassers mit dem unteren Wasser hin, um Früchte hervorzubringen. Das obere Wasser trägt Früchte, und das untere Wasser ruft das Obere, um die Früchte von ihm zu empfangen und sie in der Welt hervorzubringen. So ist es auch zwischen dem Weiblichen und dem Männlichen: Sie empfängt von ihm die Schwangerschaft und bringt der Welt Nachkommen, denn das obere Wasser ist das Männliche und das untere das Weibliche.
Die Mochin von Gadlut werden „Früchte“ genannt. Sie können sich in der Nukwa oberhalb des Chase von SA nicht offenbaren, daher wird sie „trockenes Land“ genannt, da sie nicht in der Lage ist, Früchte zu tragen. Aber nachdem der Siwug in der Nukwa – unterhalb des Chase von SA – stattfindet, wird dort, wo es trocken war – über dem Chase – zu einem Land, das Früchte und Nachkommen hervorbringt.
Oberhalb des Chase von SA wird es „oberes Wasser“ genannt, und unterhalb des Chase von SA wird es „unteres Wasser“ genannt. Das ist so, weil das Firmament, das das obere und untere Wasser trennt, an dem Platz des Chase steht. Daraus folgt, dass, obwohl die Mochin in Nukwa oberhalb des Chase von SA entstehen, wie geschrieben steht: „Die Wasser unter dem Himmel sollen sich an einem Platz versammeln und das trockene Land sich offenbaren lassen“, wo es das obere Wasser gibt, können sie noch nicht erscheinen und werden als trockenes Land angesehen. Vielmehr ist der Platz der Offenbarung einzig und allein unterhalb des Chase, wo sich das untere Wasser befindet.
Es wurde gesagt, dass die Verbindung des oberen Wassers mit dem unteren Wasser dazu diente, Früchte hervorzubringen, denn die Mochin, die „Früchte“ genannt werden, kommen aus dem oberen Siwug, von oberhalb des Chase von SA, so wie es geschrieben steht: „Die Wasser […] sollen sich an einem Platz versammeln.“ Sie können sich aber nicht von dort aus offenbaren, weil sie dort trockenes Land sind. Deshalb rufen die unteren Wasser die Höheren an, um von ihnen die Früchte zu empfangen, so wie das Weibliche es gegenüber dem Männliche macht, indem es von ihm die Schwangerschaft empfängt und Nachkommenschaft für die Welt hervorbringt.
So wie der männliche Samen sich nur in der Frau offenbaren kann, in der es Schwangerschaft und Geburt gibt, so können sich die Mochin im Höheren Wasser nicht an seinem Platz offenbaren, sondern nur von unterhalb des Chase, was „Unteres Wasser“ genannt wird. Deshalb rufen sie das obere Wasser an, damit es ihnen die Mochin gibt und sie dadurch in den Welten offenbart werden.
159) All dies ist oberhalb des Chase von SA und unterhalb des Chase von SA. Die Sache mit dem oberen und unteren Wasser gilt sowohl für oberhalb als auch für unterhalb des Chase. Es ist so, weil es oberhalb des Chase Männliches und Weibliches gibt, SA und Lea, wo das Männliche das obere Wasser und die Nukwa das untere Wasser ist, und es gibt unterhalb des Chase Männliches und Weibliches, Jakob und Rachel, wo Jakob das obere Wasser und Rachel das untere Wasser ist.
Die Bedeutung des Verses „Lasst die Erde Gras hervorbringen“ bezieht sich auf die Verbindung des oberen und unteren Wassers unterhalb des Chase von SA. Wir dürfen die Worte nicht auf das obere und untere Wasser von oberhalb des Chase auslegen, denn dort gibt es einen Platz des trockenen Landes, der weder Gras noch Früchte hervorbringt.
Wer ist also der Name Elokim in dem Vers „Und Gott [Elokim] hat gesagt: ‚Lass die Erde Gras hervorbringen‘“? Schließlich ist es der lebendige Gott, die obere Bina, denn alle zweiunddreißig Namen von Elokim in dem Werk der Schöpfung sind Bina. Und wenn der Vers unten meint, im oberen und unteren Wasser unterhalb des Chase, dann ist der Name Elokim im Vers der einfache Elokim, also Nukwa, Lea, aus oberhalb des Chase, der „einfacher Elokim [Gott]“ genannt wird, und nicht „lebendiger Gott“ (Elokim Chajim), Bina. Das widerspricht der allgemeinen Annahme, dass alle zweiunddreißig Erwähnungen von Elokim in dem Werk der Schöpfung der Name von Bina ist, der der lebendige Gott ist.
Kommentar: „Und Gott hat gesagt: ‚Lass die Erde Gras hervorbringen.’“ Dies ist notwendigerweise die Stufe, die dem Höheren Wasser vorausgeht, angedeutet in den Worten „Lass die Erde Gras hervorbringen.“ Das ist so, weil jede Stufe durch den angrenzenden Höheren geschaffen und beeinflusst wird. Wenn die Bedeutung der Worte „Lass die Erde Gras hervorbringen“ sich auf den Einfluss des oberen Wassers über dem Chase bezieht, also dass sie sich mit dem unteren Wasser, das sich dort befindet, verbinden, dann ist der Name Elokim, der sie beeinflusst hat, Bina, genannt „lebendiger Gott.“
Wenn aber die Bedeutung von „Lass die Erde Gras hervorbringen“ sich auf die Aktivierung des oberen Wassers unterhalb des Chase bezieht, dann folgt daraus, dass die Worte „Und Gott sagte“ sich auf die angrenzende höhere Stufe, die Nukwa oberhalb des Chase, beziehen, die „einfacher Gott“ genannt wird, und nicht „lebendiger Gott“, wie Bina. Das widerspricht der gängigen Meinung, dass alle Namen Elokim in der Schöpfungsgeschichte Bina sind.
Unter dem Chase befindet sich jedoch der Platz der Generationen, so wie es geschrieben steht: „Dies sind die Generationen des Himmels und der Erde, als sie erschaffen wurden.“ Er erschuf sie im Hej, d. h. die Nukwa aus unterhalb des Chase, Rachel, das untere Hej im Namen HaWaYaH, und alle ihre Nachkommen, und nicht aus der Nukwa aus oberhalb des Chase.
Oberhalb des Chase sind die Väter aller Stufen CHaGaT, die Wurzeln der Welten, denn was in den Welten empfangen wird, kommt von ihnen. Ihre Nukwa gilt als Vollendung der Arbeit aller Nachkommen und nicht als das Hervorbringen der Nachkommen in den Welten an sich.
Das heißt, eigentlich werden die Mochin und all ihre Arbeit in dem Männlichen und Weiblichen oberhalb des Chase vervollständigt, wobei das Männliche, CHaGaT, als „Väter“ bezeichnet wird, und ihre Nukwa ist Lea. Allerdings offenbaren sie sich noch nicht und kommen von ihnen in die Welten, so dass sie sich in den Nachkommen zeigen, da die Nukwa trockenes Land ist. Das geschieht einzig und allein in der Nukwa unterhalb des Chase, die Hej heißt und von der geschrieben steht: „Er erschuf sie in Hej.“ In ihr werden die Nachkommen tatsächlich hervorgebracht.
Somit wird klar, dass sich „Gras hervorbringen“ auf das obere Wasser über dem Chase bezieht und nicht auf den tatsächlichen Nachwuchs, sondern auf die Vollendung der Arbeit, da die Nukwa über dem Chase die Mochin noch nicht tatsächlich als Nachwuchs hervorbringt. Das erklärt auch, dass der Name Elokim in dem Vers wirklich Bina meint, die „lebendiger Gott“ genannt wird, also die angrenzende höhere Stufe.
Deshalb bringt das Land Nachkommen hervor, so dass es wie ein Weibliches vom Männlichen befruchtet wird. Weil die obere Nukwa die Arbeit der Mochin vervollständigt, kann die untere Nukwa aus unterhalb des Chase, die „Erde“ genannt wird, Früchte tragen, denn sie empfängt sie wie ein Weibliches, das vom Männlichen geschwängert wird um ihre Nachkommenschaft zu offenbaren.
Dementsprechend verstehen wir, dass die Worte „Lass die Erde Gras hervorbringen“ sich auf den Siwug in dem oberen und unteren Wasser beziehen, über dem Chase, um die Arbeit der Mochin zu ergänzen. Und die Worte „Und die Erde brachte Gras hervor“ ist ein Siwug des oberen und unteren Wassers aus unterhalb des Chase, für das erscheinen der Nachkommenschaft, wo die Generationen aus dem erscheinen, was sie vom Höheren empfangen hat.
160) Alle Kräfte endeten in der Erde, Malchut, doch sie brachte die Kräfte, ihre Nachkommenschaft, erst am sechsten Tag hervor, vom potenziellen zum tatsächlichen. Dann steht geschrieben: „Lass die Erde das lebendige Geschöpf hervorbringen“, was die Kräfte in ihr in die Wirklichkeit brachte, und sie wurden eine lebendige Seele.
Aber es steht geschrieben: „Und die Erde brachte Gras hervor“, was bedeutet, dass sie herauskamen und im Akt selbst offenbart wurden. Gemeint ist aber, dass sie eine Korrektur der Kräfte vornahm, um sie in sich aufzunehmen und so vollendet zu werden, wie es ihr gebührt, damit sie sie am sechsten Tag hervorbringen konnte.
Alles war in ihr verborgen. Es wurde erst offenbart, als es am sechsten Tag geboten war, denn am Anfang steht geschrieben: „Und die Erde war Tohu weBohu [ungeformt und leer]“, was bedeutet, dass sie vollkommen wüst war. Danach, am dritten Tag, wurde die Erde umgestaltet und gegründet, empfing Samen und Gräser, Kräuter und Bäume und brachte sie später, am sechsten Tag, hervor.
Auch die Lichter wurden in der Welt nicht genutzt, bis sie gebraucht wurden. Das Licht wurde am ersten Tag erschaffen, aber es wurde der Welt erst am vierten Tag offenbart, als die Lichter darin aufgehängt wurden, um auf der Erde zu leuchten.