Wer sich an Feiertagen erfreut, aber den Armen nichts gibt
174) Rabbi Shimon eröffnete und sagte: „Jemand, der sich an Feiertagen erfreut und seinen Anteil nicht dem Schöpfer gibt, jener Böswillige, Satan, hasst ihn, verleumdet ihn, entfernt ihn aus der Welt und bringt ihm viele Schwierigkeiten, eine nach der anderen.“
Erläuterung: In den Klipot gibt es männlich und weiblich. Der Mann ist nicht so schlecht wie die Frau und verleitet Menschen nicht dazu, im Namen des Schöpfers zu lügen. Im Gegenteil, er veranlasst einen dazu, Mizwot zu tun, wenn auch nicht in Reinheit, um seinem Erschaffer Zufriedenheit zu schenken, sondern mit einer Mischung aus Selbstgefälligkeit. Darüber steht geschrieben: „Iss nicht das Brot eines böswilligen Menschen…Er sagt dir: ‚Iss und trink’, aber sein Herz ist nicht bei dir.“ Dies ist so, weil dadurch, dass seine Absicht nicht um zu geben ist, die Mizwa geschmacklos wird, ohne Liebe oder Furcht, und ohne ein Herz.
Da er jedoch bereits einen Menschen in seinen Herrschaftsbereich lockte, hat er die Kraft sich mit seiner Nukwa zu paaren, der des großen Abgrunds, einer bösen und bitteren Klipa, die im Namen des Schöpfers täuscht, und dann seine Seele von ihm nimmt. Deshalb wurde gesagt „Jener Böswillige, Satan, hasst ihn, verleumdet ihn, und entfernt ihn von dieser Welt“, denn sobald er einen Menschen mit der Mizwa der Freude eines Feiertages betrog, um keine Zufriedenheit an seinen Schöpfer zu geben – denn dies ist offensichtlich, wenn er allein isst und die Armen nicht erfreut – paart er sich mit seiner Nukwa und nimmt seine Seele.
175) Die Aufgabe des Schöpfers ist es, die Armen zu erfreuen, so weit es nur möglich ist, denn an den Feiertagen kommt der Schöpfer, um Seine zerbrochenen Kelim zu betrachten. Er tritt zu ihnen ein und sieht, dass sie nichts haben, woran sie sich erfreuen könnten. Dann weint Er über sie und steigt empor, um die Welt zu zerstören.
Zur Zeit der Erschaffung der Welt, als Er den Engeln sagte: „Lasst uns den Menschen nach unserem Ebenbild erschaffen“, sagte Chessed: „Möge er erschaffen werden, denn er tut Gnade (Chessed).“ Die Wahrheit sagte: „Lasst uns ihn nicht erschaffen, denn er ist vollständige Lüge.“ Zedek (Gerechtigkeit) sagte: „Möge er erschaffen werden, denn er tut Zedaka (rechtschaffene Taten, Almosen)“, und der Friede sagte: „Lasst uns ihn nicht erschaffen, denn er ist vollständiger Streit.“ Was tat der Schöpfer? Er nahm die Wahrheit und warf sie zu Boden, wie geschrieben steht: „Und warf die Wahrheit zu Boden.“
Es ist bekannt, dass der Mensch sich immer mit Tora und Mizwot, sogar in lo liShma (nicht für Ihren Namen) beschäftigen sollte, weil er von lo liShma zu liShma (für Ihren Namen) kommt. Das ist so, weil sich der Mensch wegen der Niedrigkeit des Menschen nicht mit den Mizwot beschäftigen kann, um seinem Erschaffer direkt von Anfang an Genuss zu bereiten. Vielmehr kann er aufgrund seiner Natur jegliche Bewegung nur ausführen, wenn sie für seinen eigenen Nutzen ist. Deshalb muss er sich zuerst mit den Mizwot in lo liShma, aus seinem eigenen Nutzen heraus, beschäftigen. Trotzdem, während der Handlung der Mizwot, breitet er den Überfluss an Kedusha (Heiligkeit) aus, und durch den Überfluss, den er ausbreitet, wird er schließlich dazu kommen, sich mit den Mizwot in liShma zu beschäftigen, um seinem Schöpfer Freude zu bringen.
Das ist die Bedeutung der Klage der Wahrheit über den Menschen, dass sie sagte, dass er voller Lügen sei. Sie beklagte sich: „Wie kann solch ein Mensch erschaffen werden, der sich von Anfang an mit Tora und Mizwot in vollständiger Lüge beschäftigen wird – das ist lo liShma!“
Jedoch sagte Chessed: „Lasst ihn erschaffen werden, weil er Gnade (Chessed) tut“, da die Mizwa Gmilut Chassadim (Ausüben von Wohltaten), die er ausführt, notwendigerweise eine Handlung ist, die als das Geben gilt, wodurch er allmählich korrigiert wird, bis er sich mit allen Mizwot beschäftigen kann, um zu geben. Folglich ist er sicher, schließlich sein Ziel zu erreichen, sich in liShma zu beschäftigen. Das ist, warum Chessed behauptete, dass er erschaffen werden sollte.
Der Friede beklagte sich ebenfalls, dass er reiner Streit sei. Weil er sich nicht mit den Mizwot beschäftigen kann, um zu geben, sondern dass er mit einer Mischung aus Selbstgefälligkeit immer im Streit mit dem Schöpfer ist, weil es ihm scheint, dass er ein vollständiger Gerechter sei. Er fühlt seine eigenen Mängel überhaupt nicht. Er fühlt nicht, dass seine ganze Beschäftigung mit Tora und Mizwot lo liShma ist, und er ist dem Schöpfer böse, nicht als vollständig Gerechter angesehen und belohnt zu werden. Daher ist er verwirrt: Einmal ist er in Frieden mit dem Schöpfer, und ein anderes Mal ist er in Streit. Das ist, warum der Friede sagte, dass er nicht erschaffen werden sollte.
Aber Zedek sagte: „Lasst ihn erschaffen werden, denn er tut Zedaka (gerechte Handlung, Almosen)“, weil er durch die Mizwot von Almosen, die er für die Armen tut, allmählich der Qualität des Gebens näher kommt, bis er dazu kommt, sich in liShma zu beschäftigen und mit ewigem Frieden mit dem Schöpfer belohnt werden wird. Folglich sollte er erschaffen werden.
Nachdem ihre Argumente gehört wurden, stimmte der Schöpfer mit den Engeln Chessed und Zedek überein, und warf die Wahrheit zu Boden. Das heißt, Er erlaubte zuerst die Beschäftigung mit den Mizwot in lo liShma, auch wenn es eine Lüge ist. Hieraus folgt, dass Er die Wahrheit zu Boden warf, weil Er das Argument von Chessed und Zedek akzeptierte, dass, indem er Segen Gmilut Chassadim vollbringt und Zedaka den Armen geben wird, er schließlich die Wahrheit erreichen wird, – dem Schöpfer zu dienen, nur um Ihn zu erfreuen – denn er wird schließlich zu liShma kommen, und dann wird sich die Wahrheit vom Boden erheben.
Das erklärt auch das Zerbrechen der Gefäße. Zuerst gab es die Erschaffung der Welt, weil durch das Zerbrechen der Kelim von Kedusha und ihr Fallen in die BYA de Pruda (Brija, Yezira, Assija der Trennung), die Funken der Kedusha in die Klipot fielen. Von ihnen treten alle Arten von Vergnügen und Einbildungen in den Bereich der Klipot ein, denn die Funken übertragen sie in die Wahrnehmung des Menschen und für sein Vergnügen. Dadurch verursachen sie alle Arten von Übertretungen, wie Diebstahl, Raub und Mord.
Jedoch wurden uns auch Tora und Mizwot gegeben. Folglich, selbst wenn jemand beginnt, sich mit ihnen in lo liShma, für sein eigenes Vergnügen, zu beschäftigen, um die Grundbedürfnisse zu befriedigen, wird er schließlich durch sie zu liShma kommen, gemäß den Kräften der zerbrochenen Gefäße, und wird mit dem Ziel der Schöpfung belohnt werden – um die ganze Freude und das Vergnügen im Schöpfungsgedanken zu empfangen, um Ihm Wohlgefallen zu schenken.
Es wurde gesagt, dass der Schöpfer an den Feiertagen kommt, um Seine zerbrochenen Kelim zu sehen. Dies ist so, weil an guten Tagen, wenn jemand die Mizwa der Freude eines Feiertages hält infolge des ganzen Überflusses, den der Schöpfer ihm gibt, beginnt der Schöpfer, Seine zerbrochenen Kelim anzusehen, durch welche dem Menschen die Gelegenheit gegeben wird, sich mit den Mizwot in lo liShma zu beschäftigen. Er beginnt zu sehen, inwieweit sie ihre Aufgabe vollendet haben, den Menschen zu liShma zu bringen, und Er sieht, dass sie, die zerbrochenen Kelim, nichts haben, um sich damit zu erfreuen. Der Schöpfer weint um sie, weil Er sieht, dass keines von ihnen in Ordnung gebracht wurde, dass sie den Menschen überhaupt nicht zu liShma gebracht haben.
Vielmehr beschäftigt er sich mit der Freude eines Feiertages nur zu seinem eigenen Nutzen. Dann weint Er um sie, das bedeutet, dass Er scheinbar bedauert, sie zerbrochen zu haben, da Er sie zerbrach und die Wahrheit zu Boden warf, nur um des Menschen willen, damit er beginnen konnte, in lo liShma zu arbeiten und dann zu liShma zu gelangen. Und wenn Er sieht, dass sich der Mensch von seinem egoistischen Wunsch überhaupt nicht wegbewegt hat, dann hat Er sie vergebens zerbrochen. So weint Er um sie.
Er steigt auf, um die Welt zu zerstören, das bedeutet, Er steigt scheinbar auf, den Überfluss von der Welt zu entfernen und die Welt zu zerstören, weil, wenn lo liShma ungeeignet ist, den Menschen zu liShma zu bringen, es bedeutet, dass der Überfluss selbst für ihn schlecht ist, weil er dadurch weiter in der Klipa des Empfangens ertrinkt. Folglich ist es für den Menschen besser, den Überfluss für sich aufzuhalten und ihn vollkommen zu zerstören.
176) Mitglieder des Lehrhauses treten vor Ihn und sagen: „Herr der Welt. Du wirst ‚Barmherzig‘ und ‚Gnädig‘ genannt. Lass sich Deine Barmherzigkeit (Rachamim) über Deine Kinder ergießen.“ Er sagt ihnen: „Habe Ich nicht die Welt allein auf Güte (Chessed) gegründet, indem ich sagte: ‚Die Welt wird durch Güte erbaut’? Die Welt steht auf der Güte. Und wenn sie den Armen keine Güte erweisen, werde Ich die Welt zerstören.“ Die hohen Engel sagen vor Ihm: „Herr der Welt, hier ist einer, der in Fülle aß und trank, und den Armen Güte hätte erweisen können, doch er gab ihnen nichts.“ Der Verleumder kommt, erhält die Erlaubnis und jagt diesen Menschen.
Kommentar: Zu dieser Zeit beginnen die hohen Seelen, die „Mitglieder des Lehrhauses“ genannt werden, für die Unteren zu beten, dass Er den Überfluss nicht vor ihnen zurückhalten möge, dass Er gütig mit Seinen Kindern sein sollte. Sie sprechen gefällig vor Ihm und sagen: „Da sie Seine Mizwot mit Glauben ausführen, werden sie als ‚Kinder des Schöpfers’ betrachtet, daher sind sie der Barmherzigkeit würdig, wie ein Vater barmherzig ist mit seinen Söhnen.“
Der Schöpfer erwidert ihnen: „Habe Ich nicht die Welt nur auf Güte gebaut? Die Welt steht nur auf Güte, was bedeutet, dass keine Korrektur durch den Überfluss zu ihnen gelangen wird, wenn sie nicht die Armen erfreuen, denn die Erschaffung der Welt geschah auf Meine Einwilligung den Engeln der Güte gegenüber, dass dadurch, dass man sich gegenseitig Güte erweist die Welt existieren wird, und sie liShma erreichen werden. Aber nun, da sie keine Güte ausüben, wird keine Korrektur daraus hervorgehen.“
Dann sagten die Engel des Höheren vor Ihm: „Herr der Welt, hier ist irgendeiner, der aß und voll war und den Armen Güte hätte erweisen können, aber ihnen nichts gab.“ Mit anderen Worten, sogar die hohen Engel, die Engel Chessed (Güte) und Zedaka (Gerechtigkeit), und all jene, die der Schöpfung zustimmten, begannen sie zu verleumden, denn sie widersprachen der Schöpfung auf diesem Weg von lo liShma, und (stimmten) nur (zu), dass Güte und Gerechtigkeit ausgeübt würden, damit sie durch sie liShma erreichen.
Aber nun, da sie es nicht tun und nicht würdig sind, liShma zu erreichen, bereuen sie ihre Zustimmung und verleumden den Menschen. Dann kommt der Verleumder, erlangt die Erlaubnis, und jagt diesen Menschen, denn nachdem es klar wurde, dass der Mensch ungeeignet ist, mit seinen Mizwot liShma zu erlangen, wird dem Verleumder die Erlaubnis gegeben, diese Sache zu tun.
177) Wer in der Welt ist größer für uns als Abraham, der allen Geschöpfen Güte erweist? An dem Tag, wenn er ein Festmahl gibt, steht geschrieben: „Das Kind wuchs und wurde entwöhnt, und Abraham gab ein großes Festmahl an dem Tag, an dem Isaak entwöhnt wurde.“ Abraham hielt ein Festmahl und rief alle Größten der Generation zu diesem Festmahl. Und bei jedem Festmahl der Freude geht jener Verleumder (vorbei) und sieht, ob dieser Mensch zuerst den Armen Güte erweist. Wenn Arme im Haus sind, verlässt der Verleumder dieses Haus und tritt dort nicht ein. Wenn es keine gibt und der Ankläger, wenn er dort eintritt, eine fröhliche Versammlung sieht, in der es keine Armen gibt und den Armen nicht zuerst Barmherzigkeit erwiesen wurde, steigt er hinauf und klagt diesen Mann an.
178) Da Abraham die Größten der Generation einlud, kam der Verleumder hinunter und stand an der Tür, wie ein Armer. Aber niemand war da, der ihn hätte ansehen können. Abraham bediente die Könige und die Minister, Sara stillte die Kinder von jedem, da sie es nicht glaubten, dass sie geboren hatte, sondern sagten, dass Isaak ein Findelkind sei und sie ihn vom Markt geholt hätten. Daher brachten sie ihre Kinder mit sich, und Sara nahm sie und stillte sie vor ihnen, wie geschrieben steht: „Wer hätte zu Abraham gesagt, dass Sara Kinder stillen würde?“
Es hätte heißen sollen: „(Dass) Sara ein Kind stillen würde.“ Jedoch (heißt es) tatsächlich „Kinder stillen“, die Kinder aller Gäste. Und jener Verleumder stand an der Pforte der Tür. Sara sagte: „Gott hat mir Lachen bereitet.“ Der Verleumder erhob sich sofort hinauf zum Schöpfer und sagte Ihm: „Herr der Welt, Du sagtest: ‚Abraham liebt Mich.’ Hier bereitete er ein Festmahl und gab Dir nichts, noch den Armen. Er hat Dir noch nicht einmal eine einzige Taube geopfert. Und zudem sagte Sara, dass Du über sie lachtest.“
Wir sollten verstehen, dass Abraham, der sich in erster Linie durch Gastfreundschaft und Güte auszeichnete, und sein ganzes Leben an der Wegkreuzung stand, um Gäste einzuladen, wie kann gesagt werden, dass er darin versagte, dass er den Armen keine Zedaka (Gerechtigkeit) gewährte? Zudem, warum hat der Verleumder sich damit abgeplagt, sich als Armer zu verkleiden? Schließlich ist dies nicht seine Art anderen gegenüber. Jedoch ist es nicht so wie es hier scheint, und es gibt hier ein großes Geheimnis, welches nur auf die höchsten Heiligen angewandt wird.
Denn vor Gmar Tikun ist es unmöglich Sitra Achra vollständig zu entfernen, sogar für die höchsten Gerechten und Heiligen. So sehr der Gerechte auch darauf achtet, die Mizwa in Reinheit zu tun, so hat Sitra Achra dennoch die Macht sich über ihn zu beschweren und einen Platz des Mangels in der Mizwa aufzuzeigen. Aus diesem Grund hat der Schöpfer für die Gerechten eine weitere Methode vorbereitet den Verleumder zu unterwerfen und zum Schweigen zu bringen: einen kleinen Anteil der Heiligkeit an diesen Verleumder zu geben, der verblieben ist. Dies bringt den Verleumder zum Schweigen, und er wünscht nicht, ihn zu verleumden, um nicht den Teil der Heiligkeit zu verlieren, den er an dieser Mizwa hat. Das ist die Bedeutung der Haare, die in die Tefillin gelegt werden, und der Ziege, die weggeschickt wird, und der roten Kuh.
Es wurde gesagt, dass der Verleumder hinunterkam und als Armer an der Tür stand, aber es war niemand da, um ihn anzusehen. Das ist so, weil Abraham natürlich alle Armen von seiner Mahlzeit speiste, wie er es in Gastfreundschaft immer tat. Außer jenem Verleumder, welchem er keinerlei Reinheit zuführte, außer, dass er ihn ein wenig mit der Heiligkeit erfreute. Er war im Aspekt des Armen hier, weil er seinen Anteil an der Heiligkeit erhalten wollte, aber Abraham wünschte nicht der Sitra Achra irgendetwas von der Heiligkeit zu geben. Vielmehr wünschte er, ihn mit seiner Macht zu unterwerfen und ihn vollständig abzuwehren. Deshalb erhob sich der Verleumder und beklagte sich. Und das ist die Bedeutung davon, dass der Verleumder hinunterkommt und als Armer an der Tür steht, denn es war nicht wirklich ein Armer, sondern der Verleumder, der als ein Armer verkleidet war und verlangte, sich an Abrahams Mahl zu erfreuen.
Aber Abraham spürte, dass er von der Sitra Achra kam und wünschte nicht, ihm irgendetwas zu geben, noch nicht einmal eine Taube. Es gibt hier eine bemerkenswerte Andeutung: In der Reihenfolge der Opfergaben gibt es nur zwei junge Tauben, gegenüber den zwei Punkten, die zusammen in Malchut eingeschlossen sind, welche mit Midat ha Rachamim (Eigenschaft der Barmherzigkeit) versüßt ist. Es gibt Din und Rachamim darin, zusammen. Din darin ist verborgen und verhüllt, und Rachamim ist dort enthüllt, denn hätte es nicht diese Versüßung gegeben, wäre die Welt nicht in der Lage zu existieren.
Deshalb sollten genau zwei junge Tauben geopfert werden, denn eine Taube weist auf die Taube, die Noah von der Arche aussandte, welche nicht zu ihm zurückkehrte. Eine einzelne Taube weist auf Midat ha Din (Eigenschaft des Urteils), die sich in Malchut befindet, ohne die Versüßung in Midat ha Rachamim. Und da Noah darin keine Korrekturen ausführen konnte, kehrte sie nicht zu ihm zurück.
Die Angelegenheit des Verleumders, der seinen Anteil von Abrahams Mahl am Tag der Entwöhnung seines Sohnes fordert, ist die Korrektur eines Mangels, der vor Gmar Tikun auf keine andere Weise korrigiert werden kann. Es ist Midat ha Din in Malchut, in welcher die Welt nicht bestehen kann, und welche verborgen werden muss. Es ist wie die Taube, die nicht mehr länger zu Noah zurückkehrte. Jedoch hätte Abraham es korrigieren können, und hätte es korrigieren sollen, indem er dem Verleumder etwas gibt, um ihn zum Schweigen zu bringen. Aber da er dem Verleumder nichts gegeben hat, ging er hinauf und beschwerte sich.
Deshalb sagte der Verleumder: „Er gab weder Dir etwas, noch den Armen.“ Er beschwerte sich, dass er in diesem gesamten Mahl von sich nichts für Midat ha Din in Malchut bereitet hat, welche „arm“ genannt wird, welche nichts Eigenes hat, und welche dennoch ein Teil des Schöpfers ist, da sie das Wesen von Malchut ist, Nukwa de Seir Anpin, welcher der Schöpfer ist. Schließlich versüßte er sie nur mit Midat ha Rachamim, um die Welt zu erhalten. Aus diesem Grund werden die Mochin, die durch Midat ha Rachamim ausgebreitet werden, als der Anteil der Menschen der Welt betrachtet, wodurch sie auch die eigentliche Malchut korrigieren, welche ein Teil des Schöpfers allein ist.
Und da Abraham durch das große Wunder des Stillens der Kinder von Sara alle Mochin in Midat ha Rachamim ausbreitete, war es ihm nun möglich den Aspekt des Armen in Malchut zu korrigieren, welche ein Teil des Schöpfers ist. Deshalb verleumdete er „er gab Dir nichts“, was den Teil des Schöpfers meint. „und nichts dem Armen“, dem Anteil der eigentlichen Malchut, welche in Armut ist, weil die Menschen in der Welt sie nicht korrigieren können. „Er opferte Dir noch nicht einmal eine einzige Taube“, was die Taube meint, die Noah nicht korrigieren konnte.
„Und zudem sagte Sara, dass Du über sie gelacht hast.“ Sara ist Bina und Midat ha Rachamim, welche in Malchut leuchtet. Dadurch, dass sie sagte: „Gott hat mir Lachen bereitet; jeder der (es) hört wird mich auslachen,“ breitete sie ein vollständiges Licht und große Versüßung aus, bis kein Mangel mehr in der tatsächlichen Eigenschaft von Malchut zu sehen war. Es gab große Furcht, dass deswegen keine Aufmerksamkeit mehr übrig sei, um die tatsächliche Malchut zu korrigieren. Dies gleicht den Worten: „Damit er nicht seine Hand ausstreckte und auch vom Baum des Lebens nähme, und äße, und für immer lebte. Das heißt, dass er keinen Mangel mehr in sich fühlen würde und den Mangel im Baum der Erkenntnis nicht korrigieren müsste.
179) Der Schöpfer sagte ihm: „Wer in der Welt ist wie Abraham?“ Aber der Verleumder bewegte sich nicht von dort weg, bis er diese ganze Freude verfinstert hatte, und der Schöpfer befahl Isaak als Opfergabe darzubringen, und Sara wurde dazu verdammt in Trauer um ihren Sohn zu sterben. All dieses Unglück geschah, weil er den Armen nichts gab.
Kommentar: Das Binden von Isaak geschah, um das Wesen von Malchut zu korrigieren, welche er nicht mit dem großen Festmahl an Isaaks Entwöhnung korrigierte. Der Tod von Sara geschah wegen der großen Lichter, die sie in den Worten „Gott hat mir Gelächter bereitet“ ausbreitete, welche die Korrektur von Malchut behinderten.