Hevruta - Nach Lektion 17 - Die spirituelle Bedeutung des TaNaCH (hebräische Bibel) gemäß der authentischen Weisheit der Kabbala
Hevruta - Nach Lektion 17 - Die spirituelle Bedeutung des TaNaCH (hebräische Bibel) gemäß der authentischen Weisheit der Kabbala
Aus den Quellen
... der innere Teil der Wissenschaft der Kabbala stellt nichts anderes dar als den inneren Teil der Heiligen Schrift, des Talmud und der Agada. Und der ganze Unterschied zwischen ihnen besteht nur in den Wegen der Logik, was dem Kopieren der Wissenschaft in vier Sprachen gleicht.
Es ist selbstverständlich, dass das Wesen der Wissenschaft der Kabbala sich infolge der Veränderung der Sprache keineswegs veränderte, und alles, woran wir denken sollten, ist die Frage, welche Kopie sich am besten zur Übermittlung der Wissenschaft an den Studierenden eignet.
- Baal HaSulam „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“
Dies ist schwierig für den Anfänger, da er Tatsachen wahrnimmt mittels physischer Begrenzungen in Bezug auf Zeit, Raum, Veränderung und Wechsel. Die Autoren jedoch benutzten jene Begriffe nur als Symbole, um auf deren höhere Wurzeln hinzuweisen.
- Baal HaSulam, Talmud Esser haSefirot, Band 1 – Innere Betrachtung
Es gibt jedoch eine strenge Bedingung beim Studium dieser Weisheit: Man darf die Dinge nicht vermaterialisieren, indem man sie in imaginären oder materiellen Begriffen darstellt. Dadurch verstößt man gegen das Gebot „Du sollst dir kein Bildnis oder Gleichnis machen“, Gott bewahre. Denn in einem solchen Fall zieht man sich Schaden zu, anstatt Nutzen daraus zu ziehen.
- Baal HaSulam, „Einführung zu Talmud Esser haSefirot“, Pkt. 156
Die Sprache der Zweige
Die Kabbalisten haben sich für eine besondere Sprache, die „Sprache der Zweige“ entschieden. Der Grund für diese Wahl war, dass alles, was in unserer Welt existiert, (leblos, pflanzlich, tierisch und das menschliche Niveau der Natur) und alles, was in der Vergangenheit geschah, auch jetzt geschieht und in Zukunft geschehen wird. Alle Objekte sowie ihre Herrschaft strömen vom Schöpfer aus und gehen durch alle spirituellen Welten, bevor sie in unserer erscheinen. Die Herrschaft von allem wird ständig von oben nach unten in unserer Welt erneuert.
Alles, was in unserer Welt existiert, hat seinen Ursprung in der Höheren Welt und steigt allmählich in unsere Welt herab. Da alles in unserer Welt von der Höheren Welt herstammt, gibt es eine enge Verbindung zwischen den Objekten unserer Welt, ihren Folgen, Ursachen und Ursprüngen in der spirituellen Welt.
Kabbalisten, die diese Verbindung exakt festlegen, können jedes Mal die Verbindung genau beschreiben, wenn sie das Höhere Objekt (die Wurzel, aus der alles stammt) und das Untere Objekt in unserer Welt (die alles von Oben erhält), die Ursache und die Herrschaft unbewusst, ohne sie wahrzunehmen, sehen. Sie können daher die Wurzeln in der Oberen Welt bei ihrem Namen nennen, die als Folge in der Materie auftreten, das heißt, die Zweige in unserer Welt. Daher wird diese Sprache die „Sprache der Zweige“ und nicht „die Sprache der Wurzeln“ genannt. Die Wurzeln werden beim Namen ihrer Zweige genannt und nicht umgekehrt. So haben Kabbalisten eine Sprache gefunden, die mit dem täglichen Wortgebrauch genau die spirituelle Welt beschreibt. Es kann keine andere Sprache geben, da es keine verständlichen Worte für diejenigen gibt, die in beiden Welten bestehen. Um die Höhere Welt zu beschreiben, nimmt der Kabbalist daher Worte aus unserer Welt, um die Objekte, die Wurzeln unserer Welt zu beschreiben.
Jemandem, der sich dessen jedoch nicht bewusst ist, kommt es vor, als ob in einem kabbalistischen Buch eine Geschichte über unsere Welt geschrieben steht. Diese Worte verwirren einen Kabbalisten nicht, der den Inhalt eines solchen Buches klar sieht. Er weiß genau, welcher Zweig in unserer Welt bzw. welche Auswirkung der Wurzel in der Höheren Welt entspricht.
Nehmen wir das Beispiel „Jerusalem“. In der kabbalistischen Literatur bezieht sich das nicht auf die eigentliche Stadt, sondern auf spirituelle Kräfte mit gewisser spiritueller Energie, die einen bestimmten Platz in den spirituellen Welten haben. Hinzu kommt, dass in der Kabbala Teile des menschlichen Körpers wie „Rosh“ (Kopf), „Guf“ (Körper), „Chase“ (Brust), „Pe“ (Mund), „Ejnaim“ (Augen) usw. sich auf ihre spirituellen Wurzeln beziehen. Die Welt „Rosh“ vermittelt den Entscheidungen treffenden Teil des spirituellen Objektes, während „Guf“ sich auf die Konzentration von ausführenden Handlungen bezieht.
Die Sieben Schöpfungstage
Am Anfang – Bereshit
Am Anfang erschuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war wüst und leer und es war finster in der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht, und es ward Licht. Und Gott sah das Licht und dass es gut war, und Gott trennte das Licht von der Dunkelheit. Und Gott nannte das Licht Tag und die Dunkelheit nannte er Nacht. Und dann war Abend und Morgen, ein Tag.
Bereshit (Genesis), das erste Kapitel in der Tora (Pentateuch) beginnt mit diesen Worten, und sie erwecken eine bestimmte Vorstellung. Man hört von verschiedenen wörtlichen Interpretationen dieser Worte (Level Peshat – wörtlich), die jedoch eine große Menge Fragen hinterlassen. Es fehlt ihnen am logischen und wissenschaftlichen Denkansatz. Die Kabbalisten erklären dieses wie folgt:
Alle heiligen Bücher sprechen nur über die spirituelle Welt und deren Erschaffung und wie dann unsere Welt aus ihr entstand. Mehr noch beziehen sich diese Bücher nicht nur auf bereits Existierendes, sondern sie lehren uns auch, wie man diese Welt erkennen kann.
Die allmähliche Enthüllung der Höheren Welt wird der spirituelle Aufstieg oder die Stufen des spirituellen Aufstieges eines Menschen genannt. In den Büchern werden mehrere Methoden zur Beschreibung der spirituellen Welt angewandt. Kabbalah ist die Wissenschaft der Struktur der Höheren Welt; für ihre Beschreibung wird die Sprache der Sefirot, Parzufim, Grafiken und Zeichnungen verwendet. Die Tora benutzt den täglichen Wortschatz, um die Obere Welt zu beschreiben. Es gibt auch die allegorische und die Sprache der Gesetze. Wandeln wir nun die Sprache der Tora in die Kabbalistische um.
Die Tora beschreibt das Hervortreten der Höheren Welt, ihre Struktur und Entwicklung und dann den Vorgang unserer Schöpfung. Es handelt sich jedoch nicht um eine Person. Die Tora spricht über die Schöpfung als der Wille zu empfangen, genannt Seele oder Adam, mit dem Ziel, diese Schöpfungs-Wunsch-Seele mit ewigem und uneingeschränktem Licht zu füllen. Die einzige Schöpfung ist dieser Wunsch, zu genießen. Daher ist alles andere neben dem Schöpfer nichts anderes als verschiedene Maßnahmen des Wunsches, zu genießen.
Das Gleiche passiert in unserer Welt. Das Einzige, was alle Objekte voneinander trennt, ist die unterschiedliche Menge von Wünschen zu genießen, welche die gesamten Eigenschaften eines Objektes ausmacht. Der Wunsch zu genießen, besteht aus 5 Stufen, und diese fünf Teile der Wunsch-Schöpfung werden Sefirot genannt: Keter, Chochma, Bina, Tiferet und Malchut. Der Schöpfer wünscht, die Schöpfung ganz mit Genuss zu erfüllen, bis sie Vollkommenheit und Ewigkeit erfährt. Und das, weil der Schöpfer in diesem besonderen Zustand verharrt und uns auch diesen zu schenken wünscht.
Der Schöpfer ist perfekt und einzig. Weil er perfekt ist, möchte er diese Vollkommenheit, seinen eigenen Zustand, der Schöpfung schenken. Daher ist das Ziel der Schöpfung, die Vollkommenheit des Schöpfers zu erreichen und auch imstande zu sein, das zu empfangen, was der Schöpfer uns geben möchte.
Die Kabbala befasst sich nicht mit Geschehnissen unserer Welt. Sie erforscht die Ereignisse in der Höheren Welt, aus der alle Kräfte in unsere Welt herabsteigen und verursachen, und die alles, was hier passiert, zustande bringen. Durch das Studium der Kabbala beginnt ein Mensch die Höhere Welt zu sehen, er kann den Schöpfer verstehen und die Art und Weise, wie Er die spirituelle Welt geschaffen hat. In der Kabbala wird diese Handlung als „Erster Tag der Schöpfung“ bezeichnet. Mit Seinen darauffolgenden Handlungen (so genannte darauf folgende Tage), erschuf der Schöpfer die Höhere Welt. Die sechste und letzte Handlung des Schöpfers (der sechste Schöpfungstag) befasst sich mit der Erschaffung Adams.
Da Adam die letzte Handlung des Schöpfers war, ist er damit der Zweck/das Ziel der gesamten Schöpfung. Alles vorher Geschaffene war für ihn gemacht. Was ist nun Adams Schicksal? Adam muss vollständige Gleichheit mit dem Schöpfer erreichen und selber über sich regieren und sein Schicksal in der Hand haben. Mehr noch, er ist dazu verpflichtet, von allein den höchsten und perfekten Stand zu erreichen. Den von allein zu erreichen bedeutet, dass er erst einmal den schlimmsten Stand (der dem Schöpfer entgegengesetzt ist) erreichen muss, um dann aus eigenem Willen daraus emporzusteigen.
Mithilfe der Kabbala sieht ein Mensch beide Welten – Unsere und die Höhere Welt – sowie auch beider Beziehungen zueinander. Diese Information stammt aus der Höheren Welt und materialisiert sich in unserer Welt vor unseren Augen. Unsere Reaktion auf diese Information, die von Oben kommt, steigt wieder in die Höhere Welt und entscheidet, auf welche Art und Weise unsere Zukunft (gut oder schlecht) herabsteigt und sich in unserer Welt manifestiert. So erschuf der Schöpfer, welcher auf dem höchsten Niveau ruht, die Schöpfung aus der Ihm entgegengesetzten Eigenschaft. Er füllte diese mit Licht und nachdem er später das Licht wieder entfernte, erniedrigte er sie auf dem Niveau unserer Welt.
Durch das Erklimmen der spirituellen Stufen wird die Schöpfung würdig, das Licht zu empfangen, welches nun um viele Male größer ist als vor dem Abstieg in unsere Welt. Mehr noch, die Schöpfung braucht die Kraft und Gelegenheit, frei zwischen den beiden entgegengesetzten Kräften zu handeln, der ihres eigenen Egoismus und der des Schöpfers, um dann selbständig den Weg zu wählen.
Um der Schöpfung diese Bedingungen zur Verfügung zu stellen, muss der Schöpfer Folgendes tun:
- Er muss sich völlig von der Schöpfung distanzieren
- Er muss sie mit der Gelegenheit versehen, sich zu entwickeln und Seine Existenz zu verstehen
- sie mit freier Wahl versorgen
Der Schöpfer gibt uns diese Bedingungen stufenweise. Am Anfang ist die Schöpfung, das Geschöpf, noch abhängig, wenn es mit Licht gefüllt den Schöpfer spürt. Das Licht, von welchem die Schöpfung ganz unterdrückt wird, diktiert ihr Seine eigenen Regeln und gibt ihr Seine Qualitäten. Um die Schöpfung zur Unabhängigkeit zu bringen, muss Er sich vollständig distanzieren. Um es anders zu sagen, gewinnt die Schöpfung Bewegungsfreiheit, indem sie sich vom Licht befreit. Dieser Ausstoß von Licht aus dem spirituellen Kli (Gefäß) wird Einschränkung genannt.
Die Tora beginnt mit den Worten „Am Anfang“ (Bereshit), die der Beginn vom Distanzieren des Schöpfers von Seiner Schöpfung ist.
Das Wort „Bereshit“ stammt vom Wort „bar“ – „draußen/außerhalb“. Es erzählt vom Heraustreten des Schöpfers in einen separaten Zustand, zwischen Himmel und Erde. „Am Anfang erschuf Gott Himmel und Erde“. Himmel ist Sefira Bina mit ihren altruistischen Eigenschaften. Erde ist die Sefira Malchut mit ihren irdischen, egoistischen Eigenschaften.
Zwischen diesen beiden polaren Eigenschaften, die die Basis für unsere gesamte Existenz sind, schwebt unsere Seele.
Die Tora beginnt mit der Geburt der Schöpfung, der Höheren Welt und der Erschaffung des Menschen. Die Aufgabe der Tora ist es, der Welt Anleitungen zu geben, wie sie in den besten, perfekten Zustand gelangen kann. In ihrem anfänglichen Zustand ist die Schöpfung (die Seele oder Adam) noch nicht korrigiert. Sie muss sich selbst korrigieren und dann den Zustand von Gmar Tikkun, die „Endgültige Korrektur“, erreichen. Stell Dir vor, Du hast ein zerbrochenes Werkzeug, das repariert werden muss, vor seiner Benutzung musst Du es erst einmal reparieren. Die Tora leitet uns auf diese Weise an, wie wir das zerbrochene Werkzeug heilmachen können, die Seele, die wir von oben erhielten.
Während der Korrektur existiert ein Mensch zwischen zwei Welten: der Höheren und der Unteren. Während der Korrektur erhält die Seele die notwendigen Künste, Wissen und Erfahrungen. Das Wichtigste jedoch sind die neuen Empfindungen und neue spirituelle Eigenschaften, die sich der Mensch aneignet. Wenn ein Mensch seine Seele vollständig korrigiert hat, erreicht er Eigenschaften, die es ihm erlauben, in der gesamten Höheren Welt in Ewigkeit, Frieden und Vollkommenheit zu existieren.
Weder kabbalistische Quellen noch die Tora beschreiben diesen besonderen Zustand, welcher unmöglich zu beschreiben ist, denn es gibt für ihn keine Parallele in unserer Sprache. Nur diejenigen, die alle einleitenden Zustände durchlaufen und die letzte Korrektur erreicht haben, erlangen diesen Zustand. Was jenseits der Letzten Korrektur liegt, ist nirgendwo beschrieben. Hier genau liegen „Die Geheimnisse der Tora“.
Es gibt nur einige wenige Hinweise in Büchern wie „Der Sohar“ und Talmud. Diese besonderen, geheimen Zustände werden „Merkawa“ und „Maase Bereshit“ genannt. Sie sind jedoch nur Hinweise. In Wirklichkeit können diese Zustände, diese spirituellen Welten nicht in Worte gekleidet werden, denn unsere Worte, Buchstaben und Ausdrücke sind aus unserer Korrektur genommen und gelten auch nur hier. Wir sind uns dessen, was die Existenz außerhalb unseres Systems der Korrektur betrifft, völlig unbewusst, und es kann nicht in die menschliche Sprache übertragen oder in unsere Art und Weise zu glauben und zu definieren, gepresst werden.
Die Worte „Am Anfang erschuf Gott Himmel und Erde“ beziehen sich auf die Erschaffung zweier Eigenschaften: den Egoismus und Altruismus. Die egoistische „irdische“ Eigenschaft wird mit der altruistischen „himmlischen“ Eigenschaft korrigiert.
Dieser Korrekturvorgang besteht aus sieben Zuständen, den „sieben Tagen der Schöpfung“. Selbstverständlich ist dieser Name ein Bedingter. Er hat nichts mit den sieben irdischen Tagen zu tun und bezieht sich weder auf Tag oder Nacht noch auf Licht und Dunkelheit auf der Erde. Eher hat es mit den spirituellen Zuständen eines Menschen zu tun, der durch diese Korrekturphasen geht. Hier geht es um ein System, mit welchem die Seele korrigiert wird, während sie noch auf dem „irdischen“ Niveau verweilt.
Die Seele muss vom Niveau Sefira Malchut auf die Stufe Sefira Bina erhoben werden, was bedeutet, dass die egoistische Eigenschaft von Malchut in die altruistische von Bina umgewandelt werden muss. Dies kann durch sieben aufeinander folgende Korrekturen erreicht werden, die die „Sieben Schöpfungstage“ genannt werden. Die Tora erklärt, was der Mensch, wir, „jeden Tag“ mit unserer Seele tun müssen.
Der Erste Tag
Und am Anfang erschuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Und Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag
Was bedeutet: „und Gott trennte das Licht von der Dunkelheit“? Während unserer Korrektur müssen wir den Gesetzen des Schöpfers folgen. Daher ist unsere erste Aufgabe, in unserem Inneren unsere Gedanken und Wünsche zu untersuchen, welche rein – Himmel – und welche von ihnen dunkel – „irdisch“ sind. Dieser Vorgang wird „Akarat haRa“ (das Erkennen des Übels) genannt. Dies geschieht, wenn wir beim Studium von kabbalistischen Büchern und beim Betrachten unserer Beziehungen in der kabbalistischen Gruppe beginnen, unsere Eigenschaften zu analysieren.
Wenn wir spirituelle und animalistische Eigenschaften einander gegenüberstellen und sie voneinander trennen, haben wir den ersten Schritt zur Korrektur getan. Dieses ist der erste Tag, an dem der Mensch ein menschliches Wesen in sich erschafft.
Der zweite Tag
Und Gott sprach: Es werde eine Wölbung mitten in den Wassern, und es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den Wassern! Und Gott machte die Wölbung und schied die Wasser, die unterhalb der Wölbung von den Wassern, die oberhalb der Wölbung waren. Und es geschah so. Und Gott nannte die Wölbung Himmel. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag.
Nachdem wir innerhalb von uns selbst die egoistischen und altruistischen Eigenschaften getrennt haben, müssen wir sie korrigieren. Dieses wird getan mithilfe des besonderen Lichtes vom Schöpfer, ER strömt zwei Arten von Licht aus, das Licht von Chochma und Chassadim. Durch die Verwendung des Lichtes Chassadim, Gnade, genannt Wasser, meistern wir die Eigenschaft des Gebens, den Altruismus.
„Erde“ ist die egoistische Eigenschaft zu empfangen, denn unsere anfängliche Natur ist, alles in uns aufzunehmen. Wasser ist die Eigenschaft von Geben, es tränkt die Erde und gibt somit neuem Leben die Chance. Die Eigenschaft zu Geben korrigiert unseren Egoismus und erlaubt uns, ihn korrekt zu benutzen, für den eigenen Vorteil und den der anderen. Durch den durch Geben korrigierten Egoismus empfindet der Mensch die Höheren Welten (den Schöpfer) und schaut auf seine vorherigen Leben und den Weg zum Ziel der Schöpfung. Die Seele ist ewig und geht von Körper zu Körper. Auf diese Art und Weise kann man alle seine vorherigen Wiedergeburten sehen. Derjenige, der seine Seele noch nicht korrigiert hat, kann oberhalb dieser Welt nichts erblicken.
Der dritte Tag
Und Gott sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar! Und es geschah so. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung der Wasser nannte er Meere. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprießen, Kraut, das Samen hervorbringt, Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Art, in denen ihr Same ist! Und es geschah so. Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein dritter Tag.
Die Wasser strömten unter dem Himmel zusammen und trockenes Land tauchte auf. Ein Teil der Urerde tauchte aus dem Wasser auf. Nachdem das Wasser die Erde korrigiert hat, wird sie für aufkeimendes Leben geeignet, weil die Erde nun die Eigenschaften von Wasser und Erde enthält. Das Wasser ist für das Leben so zerstörerisch wie trockenes Land. Rufe Dir ins Gedächtnis zurück, wie Noah eine Taube aus der Arche auf die Suche nach trockenem Land schickte. Genau die richtige Kombination von altruistischen und egoistischen Eigenschaften, von „Himmel“ und „Erde“ in der Seele eines Menschen bilden die Basis für seine Korrektur und die Anwendung der Eigenschaften des Schöpfers innerhalb eines Menschen.
Diese Korrektur wird „Kav emzai“ (die mittlere Linie) genannt. Unsere natürliche egoistische Natur wird Erde genannt und stellt die linke Linie dar. Die rechte Linie stellt die Eigenschaften des Schöpfers, d.h. die Eigenschaften des Wassers, des Altruismus oder Gebens dar. Die mittlere Linie ist diejenige, die ein Mensch erreichen muss, besser gesagt, „das Leben wählen“. In anderen Worten muss der Mensch soviel „Wasser“ wie nötig nehmen, und es mit der „Erde“ verbinden, damit sich diese beiden Linien gegenseitig ergänzen und Früchte tragen. Aus dieser Verbindung gebiert die Erde „den Baum des Lebens“, welcher den spirituellen Menschen darstellt, der die gesamte Schöpfung sehen kann und in allen Welten auf ewig und selig existiert.
Wir leben ewig, weil wir uns mit der ewigen Seele identifizieren und nicht mit dem vergänglichen Körper. Wir beginnen, uns als Seele zu empfinden und halten unseren Körper nur für eine zeitweilige Hülle. Dieser Übergang der Identifizierung mit unserer Seele anstelle mit dem Körper ist rein psychologisch und geschieht, wenn wir uns die Eigenschaften von Bina aneignen.
Die Seele ist das Verlangen Freude und Genuss zu empfangen, oder anders ausgedrückt „der Wille zu empfangen“.Dieser Wille ist die Essenz der Seele, welcher von sechs Eigenschaften beeinflusst wird: Chessed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod, und Jessod. Diese Eigenschaften durchdringen den Willen zu empfangen, die gesamte Materie, und formen sie in Übereinstimmung mit der Höheren Kraft, dem Schöpfer. Der Mensch wird Adam genannt. Das Wort stammt vom hebräischen Wort Adama, entnommen dem Vers Adame la Elyon: „Ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen!“(Jesaja, 14:14) Adam ist dem „Allerhöchsten“ ähnlich, dem erhabenen Geben und der Liebe, jener Höheren Kraft, die ihn erschaffen hat.
Adam ist die Struktur der Seele. Sie ist in ihrer Form dem Schöpfer ähnlich und befindet sich in Dwekut (Anhaftung) mit Ihm im Garten in Eden. „Garten“ bedeutet kabbalistisch gesehen „Verlangen“. Der „Garten“ ist Teil des Geschöpfes, Adams Substanz, der Wille zu empfangen. „Eden“ bezeichnet die Stufe des Gebens, die Stufe von Bina. Daraus folgt, dass Adam sich auf der Stufe von Bina im Garten Eden befindet.
Bereshit (im Anfang) bedeutet, dass der Schöpfer sechs Eigenschaften und den Menschen erschuf. Im Menschen sind alle Eigenschaften enthalten, durch die man dem Schöpfer ähnlich werden kann. Tatsächlich ist dies das Werk der Schöpfung – die Substanz aufzubauen, den Willen zu empfangen. Diese Eigenschaften durchdringen den Willen zu empfangen, so dass die Struktur als Seele den Zustand des Schöpfers erreichen kann.
Der Vierte Tag
Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen und zur Bestimmung von Zeiten und Tagen und Jahren; und sie sollen als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so Und Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sterne. Und Gott setzte sie an die Wölbung des Himmels, über die Erde zu leuchten und zu herrschen über den Tag und über die Nacht und zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, dass es gut war. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag.
Am vierten Tag erschien das Licht am himmlischen Firmament und kündigt den Wechsel von Tag und Nacht, Monaten und Jahren an. Korrektur geschieht auch im kleinsten Teil des Universums sowie im gesamten Universum im Ganzen. Das gesamte Universum wird Adam oder die Seele genannt; seine Bestandteile sind die individuellen Seelen oder „Bnei Adam“, Adams Söhne. Jede individuelle Seele so wie auch die Gesamtseele müssen sich der gleichen Korrektur unterwerfen.
Der Fünfte Tag
Und Gott sprach: Es sollen die Wasser vom Gewimmel lebender Wesen wimmeln, und Vögel sollen über der Erde fliegen unter der Wölbung des Himmels! Gott schuf die großen Seeungeheuer und alle sich regenden lebenden Wesen, von denen die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und alle geflügelten Vögel nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt das Wasser in den Meeren, und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde! Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag.
Das Buch „Sohar“ beschreibt, dass jeder Tag das Errichten von „Eichalot“ (dem himmlischen Wohnsitz) ist, der Aufbau der Leere (Wünsche). Wenn die egoistischen Eigenschaften der Seele in altruistische umgewandelt werden, werden sie allmählich mit den Höheren Lichtern (oder mit dem Oberen Licht, man kann auch mit dem Höheren Licht sagen) gefüllt. Menschen, die durch den klinischen Tod gegangen sind, haben später ihren Zustand als ein himmlisches Gefühl von Frieden und Freude empfunden. Dieses allmähliche Füllen der leeren Räume führt alle Seelen in den Zustand der endgültigen Korrektur und Vollkommenheit. Zeit existiert nicht in der Höheren Welt, da sie verschwindet, weil alle Zustände perfekt sind. Das Gleiche gilt für die Schilderung in der Tora: es gibt keine Zeittrennung und die Geschehnisse sind nur durch den Ursache – Wirkung – Effekt miteinander verbunden. Wir kommen nun zum sechsten Tag, an dem der Mensch erschaffen wurde und nur einige Stunden existierte, bevor er die Sünde beging und in die niedere Welt herabfiel. Mit ihm zusammen fiel die ganze Welt.
Der Sechste Tag
Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!
Was bedeutet „Ihm gleich“? In der Bibel wird… als „Be Zelem Elokim Bara“ geschrieben. „Zelem“ ist ein Teil von Bina, das von Bina in die Seele herabsinkt und der Seele die Eigenschaften des Schöpfers gibt. Um es anders zu sagen, stellt der Parzuf Bina die Instrumente der Höheren Herrschaft dar, welche alle Seelen, deren Wege und ihre Korrekturabläufe bestimmen. Alles, was mit uns geschieht, stammt aus Bina. Malchut ist die Ansammlung aller Seelen, die der Korrektur bedürfen. Für die Korrektur von Malchut kommt ein besonderes Instrument aus Bina hervor. Es durchdringt Bina und erlaubt ihr, zu korrigieren. Diese Selbsthilfe, die Malchut in jeder Seele von Oben erhält, heißt „Zelem“ – Bild. Damit wird die Ansammlung von Eigenschaften gemeint, das Ebenbild des Schöpfers.
Ohne jegliche Information über das Schöpfungsprogramm und ohne die spirituellen Welten fühlen zu können, wissen wir nicht, wie wir handeln oder welche Schritte wir unternehmen sollten. Damit wir die notwendigen Mittel zum Vorankommen, zum Höheren Niveau, besitzen können, muss Bina uns lehren, was zu tun ist. Das ist das, was Zelem, (das Hilfsinstrument von Bina) in uns bewirkt. Es pflanzt sich in unsere Seele hinein und ruft alle möglichen Arten von Korrekturen hervor. Man sagt daher auch, dass Zelem uns hilft, Mensch zu werden.
Am siebten Tag kletterte der Mensch immer höher. Er führte sechsmal Korrekturen an sich aus: Chesed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod, Jessod. Diese sechs aufeinander folgenden Korrekturen werden die sechs Tage genannt oder sechstausend Schöpfungstage. Die letzte Sefira (Malchut) kann sich nicht selbst korrigieren. Nachdem jedoch Malchut die Eigenschaften der vorigen sechs Sefirot angenommen hat, ist es ihr möglich, deren Eigenschaften zu erhalten. Darum ist das Wichtigste am siebten Tag die Tatsache, dass alles, was sich in den sechs Tagen angehäuft hat und geschaffen wurde, in Malchut eindringt.
Samstag wird für besonders gehalten, da in diesem Zustand die Seelen mit dem Höheren Licht gefüllt sind. Die einzige Bedingung ist, diesen Vorgang nicht zu stören, was symbolisch in den Shabbatgesetzen ausgedrückt wird.
Frage: Können wir diese Vorgänge beeinflussen, die Zeit „zusammendrängen“ und unseren Weg zum Ziel der Schöpfung abkürzen?
Das Einzige, was wir tun können, ist eine Beschleunigung des siebentausend Jahre langen Vorganges, der uns von oben gesetzt wurde. Diejenigen, die diesen Vorgang individuell angehen, treten in die Höhere Welt und perfekte Realität schon früher ein. Auch der Weg der Korrektur, wenn er vom Menschen bewusst aus eigener Kraft angetreten wird, wird eher als Reflektion oder romantischer Drang gespürt als wie ein konstanter Schicksalsschlag.
Wir lernen über die Struktur und die Funktion der gesamten Existenz, um klar zu verstehen, wie man in diesen Vorgang eingreifen und ihn verändern kann. Im Allgemeinen kann der Mensch keinen direkten Einfluss auf seine Wurzeln/Herkunft ausüben. Er existiert auf einem niedrigeren Niveau als die Höhere Ableitung. Wenn er sich jedoch selbst korrigiert und seiner Wurzel ähnlich wird, wird es ihm gelingen, die innere Empfindung von dem, was er von oben empfängt, zu verwandeln. Anstelle von Schicksalsschlägen, dauernden Problemen und täglichen Schwierigkeiten beginnen wir Glückseligkeit, Frieden, Vollkommenheit und vollständiges Wissen zu verspüren. Der Schöpfer hat uns in diese Welt gesetzt, damit wir durch den Gebrauch der Kabbala die Höhere Welt meistern und anfangen, unser Schicksal in unsere Hände zu nehmen.
Glücklicherweise arbeitet die Zeit zu unseren Gunsten. Die Zeit innerer spiritueller und äußerlicher physischer Befreiung der gesamten Menschheit kommt nach dem Vorwort zum „Buch Sohar“ näher. Da der Mensch in unserer Welt nicht ohne deren Wissen existieren kann, so kann auch die Seele im körperlichen Tod des Menschen nicht existieren, ohne ein einleitendes Wissen darüber. Daher garantiert das Wissen der Kabbala eine komfortable Existenz in unserer Welt und bestätigt eine ewige und vollkommene in der nächsten Welt.
Glossar
Bereshit
Bereshit (im Anfang) bedeutet, dass der Schöpfer sechs Eigenschaften und den Menschen erschaffen hat. Im Menschen sind alle Eigenschaften enthalten, durch welche er dem Schöpfer ähnlich werden kann. Tatsächlich ist das das Werk der Schöpfung – die Substanz, den Willen zu empfangen, aufzubauen. Diese Eigenschaften durchdringen den Willen zu empfangen, so dass die Struktur als Seele den Zustand des Schöpfers erreicht.
Der Shabbat (Sabbat)
Dies ist die endgültige Korrektur des Menschen, wenn er in den Garten Eden zurückkehrt. Es ist ein Zustand, in dem wir zu einer einzigen Seele wiedervereinigt werden.
Der Garten Eden
Im Garten Eden sind wir alle im gegenseitigen Geben, in vollkommener gegenseitiger Bürgschaft. Die Welt von Azilut.
Der Baum der Erkenntnis
Der „Baum der Erkenntnis“ ist das größte Licht. Es wurde zuerst empfangen, um zu empfangen, und verursachte dadurch das Zerbrechen der Seele. In der Zukunft werden wir dieses Licht empfangen, aber mit der Absicht zu geben.