"Hevruta" - nach der Lektion 15 "Das Studium der Zehn Sefirot"
Das Studium der Zehn Sefirot

Das Manuskript von Baal HaSulam über die „Tabelle der Fragen und Antworten zur Erklärung der Worte“

Das Manuskript Baal HaSulams der "Tabelle der Fragen und Antworten zur Erklärung der Worte"

Das Studium der Zehn Sefirot (Talmud Esser HaSefirot – auf Hebräisch abgekürzt Ta"aS) ist der Kommentar von Baal HaSulam zum Baum des Lebens des ARI.
Um dieses bedeutende Werk zu verstehen, lesen wir zunächst aus der Einführung zum Studium der Zehn Sefirot, die Baal HaSulam geschrieben hat:
155. Dementsprechend können wir uns fragen: Warum haben die Kabbalisten jeden Menschen verpflichtet, die Wissenschaft der Kabbala zu studieren? Tatsächlich verbirgt sich darin eine große Sache, die es wert ist, veröffentlicht zu werden, denn für diejenigen, die sich mit der Wissenschaft der Kabbala beschäftigen, existiert darin eine unschätzbar wunderbare Kostbarkeit; und auch wenn sie noch nicht verstehen, was sie lernen – aber dank einem starken Willen und dem Streben, das studierte Material zu verstehen –, erwecken sie auf sich Lichter, die ihre Seelen umgeben.
Das bedeutet, dass es jedem Menschen von Israel garantiert ist, am Ende alle wunderbaren Erkenntnisse zu erlangen, mit welchen der Schöpfer im Schöpfungsplan jedes Geschöpf zu beschenken beabsichtigte. Und derjenige, der dessen nicht in dieser Reinkarnation gewürdigt wurde, wird dessen in der zweiten gewürdigt usw., bis er endlich würdig wird, den Plan des Schöpfers zu vollenden. Und solange der Mensch nicht seiner Vollkommenheit würdig wurde, werden für ihn jene Lichter, die dazu vorherbestimmt sind, zu ihm zu kommen, als „umgebende Lichter“ definiert. Ihr Sinn besteht darin, für ihn bereit zu stehen, aber sie warten auf den Menschen, bis er sein Gefäß des Empfangens reinigt. Dann werden sich die Lichter in diese vorbereiteten Gefäße einkleiden.
Dementsprechend auch, wenn es einem Menschen an Gefäßen mangelt und er während seiner Beschäftigung mit dieser Wissenschaft dabei die Namen der Lichter und Gefäße erwähnt, die einen Bezug zu seiner Seele haben – so leuchten diese sogleich auf ihn in gewissem Maße. Sie leuchten ihm aber, ohne sich in den inneren Teil seiner Seele einzukleiden, weil es ihm an Gefäßen mangelt, die sich für deren Erhalt eignen würden. Das Leuchten aber, welches der Mensch wieder und wieder während des Studiums erhält, zieht die höchste Lieblichkeit an ihn heran und erfüllt ihn mit Heiligkeit und Reinheit, die ihn näher zur Erreichung seiner Vollkommenheit bringen.
Bedeutung: Wir lernen über unsere inneren Wurzeln, die Wurzel unserer Seele und die gesamte Struktur der Seelen, weil es uns hilft, das umgebende Licht anzuziehen. Das bedeutet unseren nächsten Zustand. Woher wissen wir, dass das umgebende Licht unser nächster Zustand ist, denn wir brauchen auch die Definitionen der Begriffe, damit wir korrekt verstehen können, was wir lernen.
Sehen wir uns an, wie Baal HaSulam diese Erklärung in seiner Einführung fortsetzt.
156. Es gibt jedoch eine strenge Bedingung beim Studium dieser Weisheit: Man darf die Dinge nicht vermaterialisieren, indem man sie in imaginären oder materiellen Begriffen darstellt. Dadurch verstößt man gegen das Gebot „Du sollst dir kein Bildnis oder Gleichnis machen“, Gott bewahre. Denn in einem solchen Fall zieht man sich Schaden zu, anstatt Nutzen daraus zu ziehen. Deshalb warnten die Weisen, diese Weisheit nur unter bestimmten Voraussetzungen zu lernen, etwa nach dem vierzigsten Lebensjahr oder von einem Lehrer, und so weiter, um Vorsicht walten zu lassen. All dies geschah aus dem oben genannten Grund.
Aus diesem Grund habe ich, mit Gottes Hilfe, die Kommentare Panim Me’irot und Panim Masbirot zum Werk Ez Chaim verfasst, um die Leser vor jeglicher Vermaterialisierung zu bewahren.
Doch nachdem die ersten vier Teile dieser Kommentare gedruckt und unter den Lernenden verbreitet wurden, erkannte ich, dass ich meiner Pflicht, eine verständliche Erklärung zu liefern, nicht in dem Maße nachgekommen bin, wie ich es mir vorgestellt hatte. All die große Mühe, die ich aufgebracht habe, um die Themen ausführlich zu erklären und verständlich zu machen, blieb beinahe wirkungslos.
Dies lag daran, dass die Leser nicht das notwendige Bewusstsein für die große Pflicht haben, jedes Wort, das ihnen begegnet, sorgfältig zu studieren und es so oft zu wiederholen, bis sie es sich gut einprägen können. Dadurch vergessen sie ein Wort, und das führt dazu, dass die gesamte Materie verwirrend wird. Denn aufgrund der Feinheit des Themas genügt das Fehlen der Erklärung eines einzigen Wortes, um das gesamte Verständnis zu trüben.
Um dieses Problem zu lösen, begann ich, ein Glossar der Begriffe in alphabetischer Reihenfolge zu verfassen. Es umfasst alle Begriffe, die in den Büchern der Kabbala vorkommen und eine Erklärung erfordern. Ich sammelte die Erklärungen des ARI und der anderen frühen Kabbalisten zu jedem Begriff und erstellte eine prägnante Definition, die dem Leser helfen soll, den Begriff an jedem Ort, an dem er auftaucht, in allen authentischen kabbalistischen Werken zu verstehen. Dies tat ich für alle Begriffe, die in der Weisheit der Kabbala gebräuchlich sind.
Ich habe bereits, mit Gottes Hilfe, die Begriffe, die mit dem Buchstaben Alef beginnen, sowie einige Begriffe mit dem Buchstaben Bet gedruckt, und zwar nur einseitig. Diese umfassen bereits fast tausend Seiten. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste ich die Arbeit jedoch am Anfang unterbrechen. Seit fast einem Jahr habe ich diese wichtige Arbeit nicht mehr fortgeführt, und nur Gott weiß, ob ich sie wieder aufnehmen kann, da die Kosten enorm hoch sind und ich derzeit keine Unterstützung habe.
Daher habe ich nun einen anderen Weg gewählt, gemäß dem Prinzip „Weniger ist mehr“. Es handelt sich um dieses Buch, Talmud Esser HaSefirot des ARI, in dem ich aus den Werken des ARI, insbesondere aus seinem Ez Chaim (Baum des Lebens), alle wesentlichen Artikel zusammengestellt habe, die die zehn Sefirot erklären. Diese Artikel habe ich an den Anfang jeder Seite gestellt. Dazu habe ich zwei ausführliche Kommentare verfasst: den einen nenne ich Or Pnimi (Inneres Licht) und den anderen Histaklut Pnimit (Innerer Blick). Sie erklären jedes Wort und jede Angelegenheit in den Texten des ARI an der Spitze der Seite so einfach und verständlich wie möglich.
Ich habe das Buch in sechzehn Teile unterteilt, wobei jeder Teil eine bestimmte Lektion zu einem Aspekt der zehn Sefirot behandelt. Der Kommentar Or Pnimi konzentriert sich hauptsächlich auf die Worte des ARI in der jeweiligen Lektion, während Histaklut Pnimit das Thema im allgemeinen Umfang erklärt. Außerdem habe ich Fragebögen und Antworttabellen zu allen Begriffen und Themen dieses Teils zusammengestellt.
Nachdem der Leser einen Teil beendet hat, sollte er sich selbst testen, ob er jede Frage im Fragebogen korrekt beantworten kann. Nachdem er eine Antwort gegeben hat, sollte er in der Antworttabelle nachsehen, ob seine Antwort korrekt ist. Selbst wenn er alle Fragen auswendig beantworten kann, sollte er sie immer wiederholen, bis sie ihm so vertraut sind, dass sie wie „in einer Schublade“ abgelegt sind. Nur dann wird er in der Lage sein, sich an die Begriffe zu erinnern, wenn er sie braucht, oder zumindest ihren Ort, um sie nachzuschlagen. „Und der Wille des Herrn wird durch seine Hand Erfolg haben.“
Lernmethode
Lies zunächst den „Text“, also die Worte des ARI, die am Anfang der Seiten gedruckt sind, bis zum Ende des Buches. Auch wenn du sie nicht verstehst, wiederhole sie mehrmals, gemäß dem Prinzip „Zuerst lernen, dann erklären“. Danach studiere den Kommentar Or Pnimi. Bemühe dich, den „Text“ auch ohne den Kommentar gut zu verstehen. Danach studiere den Kommentar Histaklut Pnimit, bis du ihn vollständig verstehst und im Gedächtnis behalten kannst. Schließlich teste dich selbst anhand des Fragebogens. Nachdem du die Frage beantwortet hast, schau in die Antwort, die mit demselben Buchstaben wie die Frage gekennzeichnet ist. So verfahre bei jeder einzelnen Frage. Studiere, wiederhole und arbeite sie mehrfach durch, bis du sie dir gut eingeprägt hast, wie Dinge, die in einer Schublade abgelegt sind.
Denn jedes einzelne Wort im dritten Teil erfordert die vollständige Kenntnis der ersten beiden Teile. Kein einziger Begriff darf unklar bleiben. Das Schlimmste ist, dass der Leser nicht einmal merkt, was er vergessen hat, was dazu führt, dass ihm entweder die Dinge verschwimmen oder er falsche Erklärungen erhält. Natürlich zieht ein Fehler zehn weitere nach sich, bis der Leser völlig verwirrt ist und das Lernen ganz aufgeben muss.
Frage: Was ist Or (Licht)?
Antwort: Alles, was in den Welten (Olamot) als „Existenz aus Existenz“ existiert. Es ist alles außer der Substanz der Kelim.
-Baal HaSulam. Talmud Esser haSefirot, Band 1, Teil 1, Tabelle der Fragen und Antworten zur Erklärung der Worte

In Das Studium der Zehn Sefirot (Teil 2, Kapitel 1, Punkt 3) steht geschrieben, dass das Or Choser, das vom Massach aufsteigt, „Verbindung“ genannt wird, weil es das obere Licht im Igul [Kreis] so hält und einfängt, dass dort, wo das Or Choser das Höhere Licht nicht bekleidet, dieses Licht aus der Sicht des emanierten Wesens als nicht existent angesehen wird, weil es ohne dieses Gewand, das Or Choser genannt wird, es nicht erreichen kann. (...)
Die Antwort ist, dass dort, wo es keine Kleidung namens Or Choser gibt, das Höhere Licht aus der Perspektive des emanierten Wesens als nicht existent angesehen wird, so lange der Mensch sich nicht von der Eigenschaft des Empfangens für sich selbst entfernt hat, hat er dieses Or Choser noch nicht. Obwohl also „die ganze Erde voll Seiner Herrlichkeit ist“, wird sie aus der Perspektive des Unteren als nicht existent betrachtet.
- Rabash. Ausgewählte Notiz 557, Über das Or Choser (Zurückkehrendes Licht)
- Was ist Or (Licht)? (Teil 1, Histaklut Pnimit 18):
Alles, was in den Welten (Olamot) als „Existenz aus Existenz“ existiert. Es ist alles außer der Substanz der Kelim (siehe Punkt 2 und 24). - Was ist Or und Kli (Licht und Gefäß)? (1. Teil. 1. Kapitel, Or Pnimi):
Der Wille zu empfangen im Geschöpf wird Kli genannt, und die Fülle (Shefa), die es empfängt, heißt Or. - Was ist Or Agol (Rundes Licht)? (1. Teil, 1. Kapitel, Or Pnimi 100):
Ein Licht, welches die Stufen nicht unterscheidet. - Was ist Or Pashut (Einfaches Licht)? (1. Teil, 1. Kapitel, Or Pnimi 30):
Ein Licht, welches das Kli in sich beinhaltet, so dass man nicht unterschieden kann zwischen Licht und Kli. - Was ist Or Chochma (Licht der Weisheit)? (1. Teil, 1. Kap., Or Pnimi):
Ein Licht, welches sich für das Geschöpf (Neezal) ausdehnt in der ersten Ausdehnung (Hitpashtut Alef). Sodass es die Lebenskraft und das Wesen (Azmut) des Geschöpfes enthält. - Was ist Or Chassadim (Licht der Barmherzigkeit)? (1. Teil. 1. Kap. Or Pnimi 5):
Ein Licht, welches sich auf das Or Chochma kleidet und sich zum Geschöpf ausdehnt zusammen mit der ersten Überwindung (Hitgabrut Alef). - Was ist „Leere Luft“ (Awir rejkani)? (1. Teil, 1. Kap., Or Pnimi 5):
Das ist Or Chassadim, bevor es in Or Chochma eingekleidet wird. - Was ist „danach“ (Acharej chen)? (1. Teil, Histaklut Pnimit 34):
Das bedeutet umgeben zu sein von der Kraft der vorangegangenen Bchina (Phase) (siehe Punkt 20). - Was ist „Mitte“? (1. Teil, 2. Kap. Or Pnimi 2): siehe Punkt 39.
- Was ist „Eins“ (Echad)? (1. Teil. 2. Kap. Or Pnimi 1):
Das Höhere Licht, welches aus Seinem Wesen ausströmt, ist „Eins“ und „Einfach“, wie Sein Wesen. So wie es in Ejn Sof ist, ist es auch in Olam Assija, unverändert und ohne irgendeine zusätzliche Form, und darum wird es „Eins“ genannt. - Was ist Bore (Schöpfer)? (1. Teil, Histaklut Pnimit 19):
Der Name Schöpfer bezieht sich ausschließlich auf die tatsächliche Neuerung, genauer gesagt die „Existenz aus Nichtexistenz“, welche das Wesen der Kelim ist, also der Wille zu empfangen in jedem Wesen. Notwendigerweise war dieser vor der Erschaffung der Schöpfung nicht in Seinem Wesen. - Was ist Dwekut (Anhaftung)? (1. Teil, 1. Kap. Or Pnimi 30):
Die Gleichheit der Form bringt die Seelen zusammen und haftet sie aneinander an – im Gegensatz zur Veränderung der Form, die sie voneinander trennt.
Was ist Zeit (Sman)? (1. Teil, Histaklut Pnimit 34):
Es gibt eine bestimmte Summe von Unterscheidungen, die zusammenhängen und sich miteinander verketten in einer bestimmten Reihenfolge von Ursache und Wirkung, wie z. B. Tage, Monate und Jahre.
Was ist ein Chalal (Raum)? (1. Teil, 1. Kap. Or Pnimi 6):
Die Bchina Dalet des Willens, die leer vom Licht ist, wird, verglichen mit dem Licht, als Dunkelheit bezeichnet. In Bezug auf das Kli nennt man sie dann „Raum“ (Chalal), weil Bchina Dalet durch den Zimzum des Geschöpfes noch nicht ihres Wesens beraubt wurde, sondern es gibt es dort einen leeren Raum, d. h. ohne Licht.
Was ist „Vorher“ und „Danach“? (1. Teil, Histaklut, Pnimit 34):
Bei der Beziehung zwischen Ursache und Wirkung der Geschöpfe, wird die Ursache mit dem Begriff „Vorher“ und die Folge mit „Danach“ bezeichnet. (siehe Punkt 16).