„Hevruta“ – nach Lektion 13. Vom Zerbrechen zur Korrektur

„Hevruta“ – nach Lektion 13. Vom Zerbrechen zur Korrektur

"Hevruta" – nach Lektion 13. Vom Zerbrechen zur Korrektur

Inhalt der Lektion
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„Hevruta“ – nach Lektion 13. Vom Zerbrechen zur Korrektur


Es gibt tatsächlich keine weiteren Seelen in der Welt…Diese Seele ist in allen Kindern Israels in ihrer Vollständigkeit vorhanden, wie sie in Adam haRishon war, denn das Spirituelle teilt sich nicht und wird nicht gespalten, was ein Merkmal des Physischen ist.

Wenn es also heißt, dass es sechshunderttausend Seelen und Seelenfunken gibt, scheint dies durch die Kraft des Körpers eines jeden Menschen verursacht zu sein.

- Baal HaSulam. „600.000 Seelen“


Man muss wissen, dass alle Seelen von der Seele von Adam haRishon abstammen. Nach der Sünde am Baum der Erkenntnis zerbrach die Seele von Adam in 600 000 Seelen. Dies bedeutet, dass das eine Licht, welches Adam haRishon im Garten Eden hatte und das der Heilige Sohar „Sihara Ilaa“ nennt, sich in viele Teile zerstreut hat.

- Rabash, Artikel 10, 1984 „Welche Stufe sollte ein Mensch erreichen, um nicht reinkarnieren zu müssen?“


In der Tat findet sich das Ganze in jedem Einzelnen, weil am Ende letztlich alle Seelen zu einer Einheit zusammenkommen werden, zurück zu ihrer spirituellen Wurzel.

- Baal HaSulam, „600.000 Seelen“


Erklärung von Michael Laitman (oder Clip 1)

Der Schöpfer, der Adam HaRishon erschuf, musste Adam HaRishon die Möglichkeit geben, seine eigene Natur zu erkennen. Was tat Er also? Genau dieses Verlangen, das Er erschuf – in der Form von Ein Sof (Unendlichkeit), ein einziges Verlangen mit einer einzigen Erfüllung durch das Licht, so wie sie existierten –, wurde geteilt, um diesem Verlangen die Möglichkeit zu geben, zu geben und die Gleichheit der Form zu erreichen.

Er teilte dieses eine Verlangen in viele, viele Teile. Das heißt, wir haben dasselbe Verlangen, nur jetzt in viele Teile aufgeteilt – sagen wir sieben Milliarden; es spielt keine Rolle, wie viele. Es können mehr werden, wenn sie sich verbinden, oder weniger, wenn sie sich trennen; das ist nicht entscheidend. Diese Teile werden Seelen genannt.

Jeder einzelne Teil ist mit einem Menschen in dieser Welt verbunden. Diese Seelen sind egoistische Verlangen, auf sich selbst gerichtet – zerbrochene Teile. Einst waren sie ein einziges Verlangen mit einem einzigen Licht, und dann wurden sie zu Tausenden getrennten Teilen, von denen jeder nur noch einen kleinen Funken des Lichts in sich trägt.

Dies ist der Abstieg durch 125 Stufen. Nun wird uns die Möglichkeit gegeben, wieder zum gleichen Zustand wie zuvor aufzusteigen, in dem es erneut die Welt der Unendlichkeit gibt – ein Verlangen und ein Licht – und dies aus eigener Kraft zu erreichen, durch uns selbst.

Es ist, als würden wir vom Schöpfer Rohmaterial erhalten, Staub der Erde, und aus diesem bauen wir den Schöpfer in uns selbst auf. Deshalb werden wir „Adam“ genannt, was „dem Schöpfer ähnlich“ bedeutet.

Dies tun wir, indem wir uns miteinander verbinden. Durch unsere Verbindung erlangen wir alles, und wir haben alles, was wir dafür benötigen: den Mangel, das Licht, das korrigiert – das Umgebende Licht. Indem wir alle Teile, alle Seelen, durch die 125 Stufen verbinden, kehren wir zur Vollkommenheit zurück, zu unserer Vollkommenheit.




Was ist die Stufe von Adam HaRishon?


All die Welten, Höhere und niedere, und alles darin, wurden einzig für den Menschen erschaffen.[...] Anfangs wurden sie eingeschränkt und stiegen ab, Stufe für Stufe, eine Welt nach der anderen, bis hinunter zu unserer materiellen Welt, um die Seele in einen Körper dieser Welt zu bringen, welcher gänzlich nur empfängt und nichts gibt, [...] In diesem Zustand wird ein Mensch als komplettes Gegenteil von Ihm angesehen, und es gibt keine größere Entfernung als diese.

Danach, anhand der Seele, die sich in ihn kleidet, beschäftigt er sich mit Tora und Mizwot. Stufenweise und langsam, von unten Aufwärts, erfasst er durch alle Einsichten, die von Oben nach unten herabsteigen, welche lediglich Stufen und Maße in der Form des Verlangens zu geben sind, die gleiche Form des Gebens wie sein Erschaffer.[...] Am Ende wird er es würdig, ganz und gar im Geben zu sein und nichts für sich selbst zu empfangen. Zu diesem Zeitpunkt ist er mit wahrer Dwekut an Ihn vervollkommnet, da dies der einzige Grund war, warum der Mensch erschaffen wurde.

- Baal HaSulam. „Einleitung zur „Einführung in die Weisheit der Kabbala“, Pkt. 9

 


Erläuterung von Michael Laitman (oder Clip 2)

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Geschöpf (in den 4 Phasen) und Adam HaRishon; das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Hier sprechen wir beim Geschöpf in Bezug auf den Wunsch – den Wunsch, der auf das Licht reagiert, ein roher Wunsch. Oder man könnte es so ausdrücken: Hier sprechen wir über einen Wunsch, der beginnt, sich aus dem Dasein aus dem Nichts zu entwickeln, von einem einzelnen Punkt an. Aus einem Punkt entwickelt sich der Wunsch unter dem Einfluss des Lichts, das auf ihn einwirkt, und er entwickelt sich immer weiter, weiter, weiter, bis er die Form des Stillen (oder Mineralischen – dasselbe Wort im Hebräischen) erreicht, dann danach das Vegetative, dann das Belebte, und Adam HaRishon ist bereits der „sprechende“ Grad. Der erste „Sprechende“ ist Adam HaRishon. Ebenso, wenn wir von Stillem, Vegetativem und Belebtem sprechen, sprechen wir nicht von dieser körperlichen Welt; wir sprechen von der Form des Wunsches.



Unsere Rolle als Teil des Systems von Adam HaRishon


 

Ein Mensch, der einen guten Geschmack im Leben haben will, auf seinen Punkt im Herzen achten sollte. Jeder Mensch hat einen Punkt im Herzen, nur leuchtet er nicht. Vielmehr ist er wie ein schwarzer Punkt. Der Punkt im Herzen ist ein Unterscheidungsmerkmal der Nefesh [Seele] der Kedusha [Heiligkeit], deren Natur ein Gefäß des Gebens ist. Sie befindet sich jedoch in einem Zustand der Shechina [Göttliche Gegenwart] im Staub, was bedeutet, dass ein Mensch sie nicht schätzt. Stattdessen ist sie für ihn so wichtig wie Staub.

- Rabash, Notiz 34: TaNTA [Taamim, Nekudot, Tagin, Otiot]

 


Erklärung von Michael Laitman (oder Clip 3)

Sagen wir, wir haben eine Maschine, und in dieser Maschine gibt es Tausende von Zahnrädern. Im Grunde ist das wie unser Körper – das spielt eigentlich keine Rolle, richtig? Daraus können wir mehrere Prinzipien ableiten. Zunächst einmal ist jeder von uns nur ein kleiner Teil und nicht die ganze Maschine. Und genau wie in unserem Körper sind alle Systeme voneinander abhängig. Wenn in auch nur einem System etwas nicht stimmt, spüren das alle anderen Teile des Körpers; alle Systeme spüren es bereits. Es kann keine einzige Bewegung geben, ohne dass sich alle Teile mitbewegen. In Wahrheit sehen wir, je mehr wir die Natur erforschen, immer deutlicher, dass es genau so ist. Daraus ergeben sich Folgen – entweder positive oder negative.

Das heißt, wenn jemand entsprechend seiner freien Wahl handelt – nehmen wir an, hier ist jemand, der einfach ein gewöhnlicher Mensch von der Straße ist –, dann ist er wie ein Zahnrad: Wohin man ihn auch dreht, dorthin dreht er sich. Man kann nicht sagen, dass es gut oder schlecht ist oder dass er etwas aus eigener Initiative tut.

Wenn es hier jedoch jemanden gibt, der einen Punkt im Herzen erhalten hat und der – wie wir es gezeichnet haben – auf der einen Seite das Ego und auf der anderen Seite den Punkt im Herzen hat, dann ist es sehr wichtig, wohin er sich jet? Denn die Wahl verpflichtet ihn, an etwas teilzunehmen. Ihm wurde ein gewisses Maß an Freiheit gegeben.

Wohin willst du den Hebel ansetzen – mit der Maschine, gemeinsam mit ihr, oder gegen sie? Sozusagen: Wenn ich nichts tue – nein, nichts tun kannst du nicht. Dir wurde eine Wahl gegeben. In dem Maß, in dem dir eine Wahl gegeben wurde, bist du bereits verpflichtet, mit dieser Wahl zu handeln,  gemeinsam mit der Maschine …


 

 

Das heißt, ihr müsst in diesem Maß verstehen, wie die Maschine funktioniert. Ihr müsst euch bereits mit ihr verbinden. Ihr müsst euch an ihr beteiligen. Ihr müsst einen Mangel erheben:
„Ich will an der Maschine teilhaben. Ich will mit ihr zusammen sein. Ich will zum Nutzen aller arbeiten. Hilf mir, gib mir die Fähigkeit – im Verstand, im Herzen, in der Kraft.“

Das heißt, Wahl ist sehr verpflichtend. Man fängt bereits an zu bitten. Es ist wie bei einem kleinen Kind, das tut, was es will – niemand verlangt etwas von ihm, alles wird ihm verziehen. Und plötzlich wirst du erwachsen – oy vey. Jetzt bin ich erwachsen, jetzt bin ich verantwortlich; alle beginnen, etwas von mir zu fordern, mich unter Druck zu setzen; ich muss mich um alles kümmern.

Und je mehr wir wachsen, desto mehr müssen wir uns danach umorientieren. Derjenige ohne Punkt im Herzen dreht sich frei, ja? Er dreht sich. Die Natur wendet ihn, der Schöpfer. Ich jedoch muss nach und nach, durch meine Wahl, die Verantwortung auf mich nehmen, diese Maschine selbst zu drehen.

Sagen wir, das hier bin „ich“ . Und ich muss den ganzen Rest der Maschine außer mir, den gesamten übrigen Teil der Maschine außer mir, sozusagen „die Fremden“ auf mich nehmen. Das ist alles. Ich muss sie als „deinen Nächsten“, als Teile meiner selbst, annehmen. Und ich muss, wie der Schöpfer ihnen gegenüber, damit beginnen, sie zu drehen, zu verwandeln.

Natürlich empfange ich die Kraft von oben, vom Schöpfer. Aber ich bin sozusagen Sein Vertreter gegenüber den anderen. Das ist sehr verpflichtend.

Und jedes Mal, wenn wir voranschreiten, wenn wir wachsen – von dieser Welt bis hin zur Welt der Unendlichkeit –, dann steige ich von einem Zustand ohne Wahl ständig weiter auf, bis ich vom Schöpfer die vollständige Kontrolle über die gesamte Maschine erhalte. Das nennt man, Malchut von Ein Sof zu werden. Das nennt man, Ihm vollständig ähnlich zu sein.

Stell dir vor, du musst die gesamte Wirklichkeit erfassen – wie sie und warum sie sich dreht, und warum jeder so ist, wie er ist. Deshalb sagen wir, dass der Mensch über alle Seelen Bescheid wissen muss, über alle Einzelheiten – was mit ihnen in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft geschehen ist, über alles, über alle Zeiten hinweg. Du muss wissen, wie der Schöpfer sich zu ihnen verhält und wie sie sich zueinander verhalten. Du musst alles erlangen. Das ist nicht einfach.

Deshalb erscheint uns die Wahl in etwa so. Wahl bedeutet, dass du beginnen musst, am Platz des Schöpfers zu arbeiten. Das ist alles – an Seinem Platz. Du wirst Kräfte erhalten. Darüber hinaus liegt alles bei dir: alles selbst zu führen und zu lenken.

 

Workshop

Was versteht ihr als unsere Rolle als Teil der Seele von Adam HaRishon?
Worin kann die Korrektur bestehen?

 

Fragen & Antworten