Zehner Kurs - Lektion 18 - Die historischen und konzeptionellen Ursprünge des Widerstands gegen die Weisheit der Kabbala

Zehner Kurs - Lektion 18 - Die historischen und konzeptionellen Ursprünge des Widerstands gegen die Weisheit der Kabbala

Lernziel: Untersuchung der zugrunde liegenden Ursachen sowohl des internen als auch des externen Widerstands gegen das Studium der Kabbala und die Darstellung, wie dieser Widerstand bewusst in einen Mechanismus für spirituelles Wachstum verwandelt werden kann.

Inhalt der Lektion
Materialien

Beschreibung des Phänomens und seiner zugrunde liegenden Ursachen

Beschreibung des Phänomens und seiner zugrunde liegenden Ursachen

Äußerer Widerstand
Äußerer Widerstand bezieht sich auf die in sozialen, kulturellen und intellektuellen Bereichen zum Ausdruck gebrachte Opposition. Historisch äußerte sich dies in öffentlicher Verurteilung, Unterdrückung von Texten und institutionellen Verboten. In der heutigen Zeit zeigt sich dieser Widerstand häufiger in Form ideologischer Kritik, akademischen Skeptizismus oder durch die Fehlcharakterisierung der Kabbala als mystische Spekulation oder esoterischen Aberglauben.

Hauptursache des äußeren Widerstands
Ein zentraler Faktor, der zu einem solchen Widerstand beiträgt, ist das grundlegende Missverständnis der Sprache der Zweige – des symbolischen und allegorischen Sprachsystems, das der authentischen kabbalistischen Literatur eigen ist.

Innerer Widerstand
Der innere Widerstand stellt die größere Herausforderung für den einzelnen Praktizierenden dar. Studierende beginnen ihr Studium oft mit Begeisterung und einem starken Gefühl der Verbundenheit; nach einer gewissen Zeit des Engagements – meist nach Monaten oder Jahren – tritt jedoch häufig eine Phase innerer Opposition auf, die sich in Zweifel, Abneigung oder einem Gefühl innerer Zerrissenheit äußert.

Wurzel des inneren Widerstands
Dieser innere Kampf wird als ein inhärentes und natürliches Stadium im Prozess der spirituellen Entwicklung betrachtet. Er entspringt der inneren Spannung zwischen der menschlichen Natur – die in der Kabbala als egoistischer Wille zu empfangen definiert wird – und dem Ziel der kabbalistischen Praxis, nämlich der Erlangung der altruistischen Eigenschaft des Gebens.


AUFZEICHNUNG  ZEHNER-KURS Lektion 18 vom 05.11.2025


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Zehner Kurs - Lektion 18

Thema: Die historischen und konzeptionellen Ursprünge des Widerstands gegen die Weisheit der Kabbala

Ausgewählte Auszüge aus den Quellen


1. Rav Avraham Yitzchak HaKohen Kook, Orot HaKodesh I, Punkt. 101

„Die Tiefen der göttlichen Geheimnisse können vom menschlichen Verstand nicht klar verstanden werden, sondern lediglich durch die Kabbala, von wundersamen Menschen, in deren Seelen das göttliche Licht eingedrungen ist“


2. Ramak, Erkenne den Gott deines Vaters, Kapitel 14:

„Die Geheimnisse der Tora sind in der Tora in Gleichnisse und Rätsel gekleidet, weil sich die Tora von den höchsten Stufen bis hinunter in diese physische Welt verbreitet hat.“


3. Rabash, Artikel 29 (1987) „Was bedeutet „Dem Kummer entsprechend ist die Belohnung“?“

"Der Mensch wird mit dem Willen geboren, für sich selbst zu empfangen. Plötzlich kommt er zum Körper und sagt: „Hör zu, bis jetzt hast du in Gedanken, Worten und Taten um Deiner selbst willen gearbeitet. Von nun an möchte ich, dass du nur noch um des Schöpfers willen arbeitest... Wenn der Körper diese Worte hört, widersetzt er sich mit all seiner Kraft, sowohl im Geist als auch im Herzen.“


4. Rabash, Artikel 29 (1987) „Was bedeutet „Dem Kummer entsprechend ist die Belohnung“?

„Je nachdem, wie sehr er sich dabei durchsetzt, zeigt er seinen Widerstand durch alle möglichen Argumente, wie zum Beispiel durch die Argumente der Spione, . <...> Er sieht nämlich, dass die Spione in allem, was sie sagen, Recht haben, wenn er an das Argument der Spione im Verstand denkt. Das bringt ihn dazu, am Anfang zu zweifeln.“


5. Baal HaSulam, Shamati 181. Ehre

„Ehre ist etwas, das den Körper bremst, und auf diese Weise schädigt sie die Seele. Folglich war sie für alle Gerechten, die berühmt und geachtet wurden, eine Strafe. Aber die großen Gerechten – wenn der Schöpfer nicht will, dass sie durch ihre Berühmtheit als Gerechte Verlust erleiden – beschützt Er davor, geehrt zu werden, damit ihre Seelen keinen Schaden erleiden.

Deshalb stehen ihnen in dem Maß, in dem sie einerseits geehrt werden, andererseits Widersacher gegenüber, welche diese Gerechten mit allen Arten von Herabwürdigungen verleumden. Um der Ehre, die einem Gerechten zuteil wurde, ein gleichwertiges Gegengewicht zu geben, gibt die Gegenseite genau im gleichen Maße Herabwürdigung.“