Lektion 9: Studium des kabbalistischen Textes "Es gibt nichts außer Ihm"

Lektion 9: Studium des kabbalistischen Textes "Es gibt nichts außer Ihm"

Wir vertiefen uns in Baal HaSulams authentischen kabbalistischen Text und erforschen das tiefgründige Konzept, dass alles vom Schöpfer stammt und wie jeder Aspekt der Realität von diesem Prinzip bestimmt wird. Verstehe die tiefere Bedeutung hinter der Einheit mit dem Schöpfer und wie dieses Verständnis unsere Wahrnehmung des Lebens und unseres spirituellen Wachstums verändern kann.

Inhalt der Lektion
Materialien

AUFZEICHNUNG LEKTION 9

PRÄSENTATION

PRÄSENTATION DRUKVERSION


Eine erfahrungsbasierte Lesung eines authentischen kabbalistischen Textes, „Es gibt nichts außer Ihm“, aus dem Buch Shamati, von Rav Yehuda Leib HaLevi Ashlag (Baal HaSulam).

Fragen:

  • Was sind die Prinzipien der inneren Arbeit gemäß der authentischen Kabbala?
  • Wie geht man mit Herausforderungen und komplexen Situationen im Leben um, und wie baut ein Mensch eine korrekte Beziehung zwischen sich selbst und der spirituellen Realität, laut der Weisheit der authentischen Kabbala, auf?

Wichtige Punkte

  • Der Schöpfer kann nicht verstanden werden, ohne gefühlt zu werden.
  • Azmuto (Sein Wesen) ist die primäre Quelle und kann nicht erreicht werden.
  • Wir empfinden den Schöpfer als eine gute und wahre Verbindung zwischen uns, denn das Wort „Schöpfer“ (auf Hebräisch: Bore) stammt von „Bo und Re“ – „Komm und sieh“.

  • Der Schöpfer ist eine Kraft des Gebens (Hingabe). Gemäß dem Gesetz der Gleichheit der Form, müssen wir, um ihn zu fühlen, Seine Eigenschaften erwerben. Wie können wir unsere Fähigkeit zum Geben ausdrücken und prüfen? Nur durch die Gemeinschaft.
  • Unter keinen Umständen erschaffen wir ein Bild von Ihm. Dies ist der größte Fehler. In dem Moment, in dem wir ein äußeres Bild formen, sinken wir sofort auf die Stufe des Götzendienstes herab.

"Es gibt nichts außer Ihm" - Abfolgen von Handlungen

  • Alles Ihm zuzuschreiben.
  • Gut und Gutes tuend: Vom Schöpfer kommt nur Gutes - die Absicht „um zu empfangen“ verbirgt sein Gutes vor mir.
  • Prüfung: Wo befinde ich mich in Bezug auf den zustand, zu dem der Schöpfer mich bringen will? 

    Der Gedanke "es gibt nichts außer ihm" zieht den Menschen aus einem unbewussten Zustand in einen bewussten Zustand und ermöglicht es ihm, seine Situation in Bezug auf das Schöpfungsziel zu überprüfen und eine Bitte um die Korrektur der Absicht zu formulieren.

Lektion 9. "Es gibt nichts außer Ihm"

Eine Studie eines kabbalistischen Textes


Folie 2-3

Vorwort von Rav Dr. Michael Laitman

Unter den Büchern und Manuskripten, die mein Lehrer, Rav Baruch Shalom Halevi Ashlag (der Rabash), der älteste Sohn von Baal Haslam, der in seine Fußstapfen trat, studierte, war ein besonderes Notizbuch, auf dem mit der Handschrift meines Lehrers geschrieben stand: "Ich hörte".
Er ließ dieses Notizbuch nie aus den Augen und wohin er auch ging, nahm er es mit sich und betrachtete es immer wieder.
Eines späten Abends, während er auf dem Sterbebett lag, überreichte er mir das Notizbuch und sagte zu mir: "Nimm das Notizbuch und studiere es." Am frühen Morgen, während ich neben seinem Bett war, war er nicht mehr unter uns. 

Das Notizbuch enthält eine Sammlung von Aufsätzen von Baal Hasulam, die der Rabash vom Mund seines Vaters sofort, nachdem er sie gesagt hatte, niederschrieb. Aufgrund ihrer Einzigartigkeit haben wir den Stil der gesprochenen Sprache in den Artikeln erhalten - welche der Rabash durstig aufnahm und auf denen er die Grundlagen seiner Lehren aufbaute.


Folie 4

Eine Originalseite aus dem "Shamati"-Notizbuch von Rabash


Folien 5-10

Baal HaSulam, Shamati 1 - "Es gibt nichts außer Ihm"

Es steht geschrieben: „Es gibt nichts außer Ihm“, das heißt, es gibt keine andere Kraft in der Welt, die die Fähigkeit hätte, etwas gegen Ihn, den Schöpfer, zu tun. Und wenn der Mensch sieht, dass es in der Welt Dinge gibt, welche die himmlische Führung verleugnen, dann ist die Ursache darin, dass dies Sein Wille ist.

Und dies gilt als eine Methode der Korrektur, die heißt „die linke Hand stößt weg, und die rechte Hand zieht heran“, was bedeutet, dass das, was die Linke wegstößt, als Korrektur erachtet wird. Das heißt, dass es in der Welt Dinge gibt, die von vornherein kommen, um den Menschen vom rechten Weg abzulenken und durch welche er von der Heiligkeit abgestoßen wird.

Der Nutzen dieser Zurückweisungen besteht darin, dass der Mensch durch sie ein Bedürfnis und ein vollkommenes Verlangen erlangt, dass der Schöpfer ihm helfen möge – denn andernfalls sieht er, dass er verloren ist. Nicht nur, dass er in der Arbeit nicht voranschreitet, sondern er sieht sogar, dass er zurückgeht.

Und so ist es bei ihm immer: Bei ihm überwiegt stets das Zerbrochene gegenüber dem, was Bestand hat. Das bedeutet: die Abstiege sind viel zahlreicher als die Aufstiege. Und er sieht kein Ende für diese Zustände und dass er für immer außerhalb der Heiligkeit bleibt. Denn er sieht, dass es ihm schwerfällt, selbst die geringfügigste Kleinigkeit, sprich die Spitze des Buchstabens Yod, zu erfüllen, außer durch Überwindung über den Verstand hinaus. Aber nicht immer ist er in der Lage, zu überwinden. Und was wird das Ende sein?

Dann gelangt er zu der Entscheidung, dass niemand ihm helfen kann – außer dem Schöpfer selbst, höchstpersönlich. Und dies führt dazu, dass in seinem Herzen eine wahre Forderung entsteht, dass der Schöpfer seine Augen und sein Herz öffne und ihn wirklich zu einer ewigen Anhaftung an Ihn annähere.

Wer sagt, dass es eine andere Kraft in der Welt gibt – nämlich die Klipot –, dieser Mensch befindet sich im Zustand von „Und ihr dientet fremden Göttern“ (5. Buch Mose 11:16). Nicht durch Gedanken des Unglaubens begeht er ein Verbrechen, sondern schon dadurch, dass er denkt, es gäbe eine andere Macht außer der des Schöpfers. Mehr noch: Wer sagt, dass der Mensch eine eigene Herrschaft besitzt – auch dies gilt als Übertretung des Unglaubens.

 

 


Folie 11

Allerdings sollte man glauben, dass es „nichts außer Ihm gibt“, dass der Schöpfer alles tut. Mit anderen Worten, wie Baal HaSulam sagte, sollte man vor jeder Handlung sagen, dass dem Menschen nur eine Wahl gegeben wurde, denn „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“ [...] Im Nachhinein sollte man jedoch sagen, dass alles von der Vorsehung abhängt und dass man nichts von sich aus tut.


- Rabash Artikel 19 (1990) "Warum wird die Tora in der Arbeit als „Mittellinie“ bezeichnet? - 2" 


Folie 12

Sogar wenn wir sehen, dass es in der Tora zwei Teile gibt: einmal die Mizwot zwischen Mensch und Gott, und zweitens die Mizwot zwischen Mensch und Mensch, sind sie doch beide das Gleiche. Das bedeutet, dass ihr eigentlicher Zweck und das ersehnte Ziel Eins sind, und zwar Lishma.

Es macht keinen Unterschied, ob der Mensch für seinen Nächsten oder für den Schöpfer arbeitet. Das hat zum Grund, dass es in uns durch die Natur der Schöpfung eingemeißelt ist, dass alles, was von einem anderen kommt, uns leer und irreal erscheint.

- Baal HaSulam "Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Menschen"


Folie 13

Zusammenfassung:

  • Man kann den Schöpfer nicht verstehen, ohne ihn zu spüren.
  • Azmuto [sein Wesen] - ist die primäre Quelle und kann nicht erlangt werden.
  • Wir empfinden den Schöpfer als eine gute und wahre Verbindung zwischen uns, denn "Schöpfer" kommt von den Worten "komm und sieh".
  • Der Schöpfer ist die Kraft des Gebens (Schenkens) und nach dem Gesetz der Gleichheit der Form, um ihn zu fühlen, muss ich seine Eigenschaften erwerben.
  • Wie kann ich meine Fähigkeit des Gebens (Schenkens) zum Ausdruck bringen und erproben? Nur durch die Gemeinschaft.
  • Wir erschaffen in uns unter keinen Umständen ein Bild! Das wäre der größte Fehler. Indem wir ein äußeres Bild erschaffen, begeben wir uns sofort auf die Stufe des "Götzendienstes".