Lektion 7: Freiheit des Willens
In diesem Unterricht geht's um das Konzept der menschlichen Freiheit – ob sie existiert und wie weit sie geht. Wir schauen uns die vier Faktoren an, die die menschliche Entwicklung beeinflussen, und wie wichtig unsere Umgebung ist. Wir versuchen zu verstehen, wie das spirituelle Wachstum eines Menschen mit seiner Umgebung zusammenhängt. Wir klären, was der Satz „alles ist erwartet und erlaubt“ bedeutet und was das für den freien Willen und das Schicksal heißt.
- Hat ein Mensch Entscheidungsfreiheit? Und wenn ja, worin?
- Die vier Faktoren im menschlichen Entwicklungsprozess.
- Welche Rolle spielt die Umgebung, in der wir leben? Wie hängt die spirituelle Entwicklung eines Menschen mit seiner Umgebung zusammen?
- Was bedeutet der Satz „"Alles ist vorhergesehen und Erlaubnis gegeben"?
AUFZEICHNUNG LEKTION 7 vom 28.12.2025
Lektion 7. Freiheit des Willens
FOLIE 2
„Tora“ bedeutet das Licht, welches in die Tora gekleidet ist. Wie die Weisen sagten: „Ich erschuf den Bösen Trieb, ich schuf die Tora als Gewürz.“ Dies bezieht sich auf das darin eingeschlossene Licht, da das Licht, welches in der Tora enthalten ist, zum Guten zurückführt.
- Baal HaSulam, Shamati 6. Was „Stütze durch die Tora“ in der Arbeit bedeutet“
FOLIE 3
Das Drei-Achsen-Modell

FOLIE 4
Videoclip
FOLIE 5
Sind wir frei?
Haben wir eine Wahl?
Kann man das Schicksal ändern? Inwiefern?
FOLIE 6
Videoclip: Kann die Weisheit der Kabbala mir helfen, mein Schicksal zu ändern?
FOLIE 7
Wenn wir jedoch die Handlungen eines Menschen untersuchen, stellen wir fest, dass sie zwangsläufig erfolgen. Er wird dazu gezwungen und hat keine Wahlfreiheit. In gewissem Sinne ist er wie ein Eintopf, der auf dem Herd kocht; er hat keine andere Wahl, als zu kochen, denn die Vorsehung hat das Leben zwischen zwei Zügel eingespannt: Freude und Schmerz.
Die Geschöpfe haben keine Wahlfreiheit – sich für den Schmerz zu entscheiden oder die Freude abzulehnen.
- Baal HaSulam, „Die Freiheit“
FOLIEN 8-11
„Der Vorteil des Menschen gegenüber dem Tier besteht darin, dass er ein weit entferntes Ziel anstreben kann; der Mensch kann daher ein gewisses Maß an gegenwärtigem Schmerz für einen zukünftigen Nutzen in Kauf nehmen oder um nach einiger Zeit einen Genuss zu erhalten.
Aber in Wirklichkeit handelt es sich hier nur scheinbar um ein kommerzielles Kalkül, bei dem der künftige Nutzen oder das Vergnügen vorteilhafter erscheint als die Qualen, die der Mensch gegenwärtig auf sich nimmt. Es handelt sich hier lediglich um einen Abstrich – er zieht die Schmerzen und Leiden von dem erwarteten Vergnügen ab und es bleibt ein gewisser Überschuss.
So wird das Vergnügen nur erweitert. Und so kommt es manchmal vor, dass wir leiden, weil das erhaltene Vergnügen nicht den erhofften Überschuss im Vergleich zu den erlittenen Qualen darstellt. Wir haben also ein Defizit, genau wie die Kaufleute.
Letztendlich gibt es hier keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier. Und daher gibt es keine freie Wahl, sondern nur eine Anziehungskraft, die den Menschen zu jedem vorübergehenden Vergnügen hinzieht und ihn vor schmerzhaften Umständen flüchten lässt. Und die Vorsehung führt ihn mit Hilfe dieser beiden Kräfte an jeden beliebigen Ort, ohne den Menschen nach seiner Meinung zu fragen.
Auch die Art des Vergnügens und des Nutzens kann man nicht selbst bestimmen, sondern man folgt dem Willen der anderen und nicht dem eigenen. Zum Beispiel: Ich sitze, ich kleide mich, ich spreche und ich esse. All das tue ich nicht, weil ich so sitzen, reden, mich so anziehen oder essen will, sondern weil andere wollen, dass ich so sitze, mich so anziehe, so rede und so esse. Das alles folgt dem Wunsch und der Laune der Gesellschaft und nicht meinem eigenen freien Willen.
Im Gegenteil tue ich all dies in den meisten Fällen sogar gegen meinen Willen. Denn ich würde mich wohler fühlen, könnte ich mich einfach verhalten, wie ich will, ohne jede Bürde. Aber ich bin in allen meinen Bewegungen mit eisernen Fesseln an die Launen und Sitten der anderen gekettet, die die Gesellschaft ausmachen.
Wo ist also meine Willensfreiheit?
- Baal HaSulam, „Die Freiheit“
FOLIEN 12-13
„Vier Faktoren“
Alles, was in den Lebewesen auftaucht, darf nicht als Erweiterung der Existenz aus Nichtexistenz (Jesh mi Ajn) wahrgenommen werden, sondern als Erweiterung der Existenz aus Existenz (Jesh mi Jesh). Und zwar als ein neues Objekt, das seine frühere Form abgestreift und seine jetzige Form angenommen hat.
Deshalb müssen wir verstehen, dass jede Erscheinung dieser Welt aus dem Zusammenwirken der vier Faktoren hervorgeht.
Sie werden mit Namen bezeichnet:
- Die Quelle.
- Das unveränderliche Verhalten von Ursache und Wirkung in Bezug auf die Eigenschaft der Quelle.
- Ihre inneren Abläufe entsprechend Ursache und Wirkung, die sich durch den Kontakt mit fremden Kräften verändern.
- Die Abläufe entsprechend Ursache und Wirkung von fremden Dingen, die von außen auf sie einwirken
- Baal HaSulam, „Die Freiheit“
FOLIE 14
Der erste Faktor: Die Quelle, das Ausgangsmaterial
- Das Wesen, das dem gesamten Prozess der menschlichen Entwicklung zugrunde liegt.
- Es ist eine Art Informationseinheit, die alle Stufen der zukünftigen Entwicklung eines Menschen enthält.
- Unser Trägermaterial als menschliches Wesen ist die genetische Erblast, die wir von unseren Eltern, ihren Vorfahren und deren Vorfahren empfangen haben.
FOLIE 15
Der zweite Faktor: Die Eigenschaften der Quelle selbst - völlig unveränderlich
- Jede Quelle ist in der Tat eine Sammlung bestimmter Eigenschaften, die darauf ausgelegt sind, sich immer weiter zu verbessern.
- Einige dieser Eigenschaften können nicht geändert werden. Ihr Entwicklungsplan ist vorgegeben.
FOLIE 16
Der dritte Faktor: Ihr inneres Verhalten bei Ursache und Wirkung, das sich durch den Kontakt mit fremden Kräften verändert
Jede Quelle hat auch Eigenschaften, deren Entwicklungsplan nicht vorherbestimmt ist und die sich im Laufe ihrer Entwicklung je nach dem Einfluss der Umgebung auf sie verändern können.
FOLIE 17
Der vierte Faktor: Ursache und Wirkung durch fremde Kräfte
Ein weiterer Faktor, der die Entwicklungsstufen eines jeden Menschen bestimmt, ist der Einfluss fremder Faktoren auf die Entwicklung der Quelle.
Zum Beispiel können der Zustand der Weltwirtschaft oder verschiedene Moden, die in der Öffentlichkeit vorherrschen, die Entwicklung der Neigungen beeinflussen, die wir von unseren Vorfahren geerbt haben.
FOLIE 18
Nur in der Wahl seiner Umgebung misst sich die Herrschaft des Menschen über sich selbst, wofür er Belohnung oder Strafe erhalten wird.
- Baal HaSulam, „Die Freiheit“
FOLIE 19
Wir können bei der Wahl unseres Umfelds, unserer Freunde, Bücher, Lehrer usw. immer etwas hinzufügen. Es ist wie bei einem Menschen, der von seinem Vater ein paar Weizenhalme geerbt hat, aus welchem er viele Dutzend Halme wachsen lassen kann, indem er das richtige Umfeld für seine Quelle auswählt: nämlich einen fruchtbaren Boden, der alle notwendigen Mineralien und Rohstoffe enthält, die den Weizen reichlich nähren.
- Baal HaSulam, „Die Freiheit“
FOLIE 20
Es geht auch darum, die Umweltbedingungen so zu verbessern, dass sie den Bedürfnissen der Pflanze und dem Wachstum entsprechen. Denn der Weise tut gut daran, die besten Bedingungen zu wählen, um Erfolg zu haben. Der Narr hingegen wird von dem nehmen, was ihm vorgesetzt wird, und so die Aussaat eher zum Fluch als zum Segen wachsen lassen.
- Baal HaSulam, „Die Freiheit“