Lokales Treffen 30- Studium eines kabbalistischen Textes: "Die Freiheit" Teil 3
Diese Woche setzen wir das Studium aus authentischen kabbalistischen Texten in einer großen Gruppe, Studiengemeinschaft fort. Der Artikel der Woche ist „Die Freiheit“ Teil 3 von Yehuda Leib Ha-Levi Ashlag (Baal HaSulam).
In dem lokalen Treffen kehren wir zu einigen Kernpunkten des Artikels zurück, zusammen mit neuen ergänzenden Videoclips aus Lektionen von Rav Dr. Michael Laitman.
Vier Faktoren
Wir erforschen den Abschnitt "Vier Faktoren" des Artikels "Die Freiheit".
Hier findet Ihr die Aufzeichnung der Lektion 2 Zehner-Kurs:
- AUFZEICHNUNG LEKTION 2 Zehner-Kurs
Lokales Treffen
"Die Freiheit"
Diese Woche lesen wir weiter aus Baal HaSulams Klärungen zur Freiheit der Wahl.
Wie bereits erwähnt, schrieb Baal HaSulam ausführlich, um den Studenten dabei zu helfen, das Ziel der Schöpfung zu erreichen – die Gleichwertigkeit der Form mit den Eigenschaften des Schöpfers (Liebe und Geben). Diese Woche lesen wir über die vier Faktoren.
In dem lokalen Treffen werden wir einige Auszüge aus dem Artikel lesen und dann versuchen, den Text zu verstehen, gefolgt von einer weiteren Lesung und gemeinsamen Diskussionen zu den Themen.
Wir haben auch zusätzliche Clips von Rav Dr. Michael Laitman als wichtige Erläuterungen zum Artikel.
Zunächst ein kurzer Rückblick auf die letzte Woche.
Das Prinzip von Ursache und Wirkung
- Das Gesetz der Kausalität (Ursache und Wirkung) ist ein Grundgesetz der Natur.
- Es besagt, dass keine Bildung oder Handlung in der Welt als Existenz aus Abwesenheit entsteht, sondern als Existenz aus Existenz.
Transformation von Formen
- Alles legt seine vorherige Form ab und nimmt eine neue an.
- Jedes Ereignis oder jeder Zustand wird von vorhergehenden Ursachen angetrieben, die es veranlassten, sich auf eine bestimmte und nicht auf eine andere Weise zu ändern.
Ein Zweck hinter allen Ursachen
- Alle Ursachen und Wirkungen dienen einem Zweck: dem Gedanken der Schöpfung.
- Dieser Zweck wurde als „Das Ende der Handlung ist im ursprünglichen Gedanken“ festgelegt und ist im Voraus bekannt.
- Es umfasst den Wunsch des Schöpfers, den Entwicklungsprozess und den Endzustand.
Keine zufälligen Ereignisse
- Es gibt keine zufälligen Ereignisse — alles ist durch den Zweck der Schöpfung vorbestimmt.
- Die Schöpfung folgt festen und absoluten Gesetzen.
- Wir sehen die Gesetze nicht, daher erscheinen die Ereignisse zufällig.
Illusion der Freiheit
- Alle Teile der Natur entwickeln sich weiter.
- Dies schafft beim Menschen ein Gefühl der Einzigartigkeit.
- Ständiger Wandel erzeugt die Illusion des freien Willens.
"Die Freiheit"
Rav Yehuda Ashlag, Baal HaSulam
Vier Faktoren
Alles, was in den Lebewesen auftaucht, darf nicht als Erweiterung der Existenz aus Nichtexistenz (Jesh mi Ajn) wahrgenommen werden, sondern als Erweiterung der Existenz aus Existenz (Jesh mi Jesh). Und zwar als ein neues Objekt, das seine frühere Form abgestreift und seine jetzige Form angenommen hat.
Deshalb müssen wir verstehen, dass jede Erscheinung dieser Welt aus dem Zusammenwirken der vier Faktoren hervorgeht.
Sie werden mit Namen bezeichnet:
-
Die Quelle.
-
Das unveränderliche Verhalten von Ursache und Wirkung in Bezug auf die Eigenschaft der Quelle.
-
Ihre inneren Abläufe entsprechend Ursache und Wirkung, die sich durch den Kontakt mit fremden Kräften verändern.
-
Die Abläufe entsprechend Ursache und Wirkung von fremden Dingen, die von außen auf sie einwirken.
Ich werde sie der Reihe nach erläutern.
Der erste Faktor: Die Quelle, das Ausgangsmaterial
A) Die „Quelle“ ist der erste Faktor, mit dem dieses Wesen verbunden ist. Denn „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“, und alles, was in unserer Welt auftaucht, ist nicht Existenz aus Nichtexistenz, sondern Existenz aus Existenz. Es ist ein Wesen, das seine frühere Form abgestreift und eine neue Form angenommen hat. Und dieses Wesen, das seine frühere Form abgestreift hat, wird als „Quelle“ definiert. In ihr liegt das Potenzial, das am Ende seiner Entwicklung offenbart und festgelegt wird. Daher wird die Quelle eindeutig als dessen Hauptursache betrachtet.
Offene Diskussion
Was ist Deiner Meinung nach der Grund für unsere Entwicklung?
Der zweite Faktor: Ursache und Wirkung, die sich aus sich selbst ergeben
B) Es handelt sich um ein unveränderliches Verhalten von Ursache und Wirkung, das mit der Eigenschaft der Quelle zusammenhängt. Nehmen wir zum Beispiel einen Weizenhalm, der im Boden verrottet und viele Weizenkörner sät. Dieser verfaulte Zustand wird als „Quelle“ bezeichnet; das bedeutet, dass das Wesen des Weizens seine frühere Form abgestreift und eine neue Qualität angenommen hat, nämlich die des verfaulten Weizens, der das Saatgut beinhaltet; es wird als „Quelle“ bezeichnet und hat überhaupt keine Form. Nachdem der Weizen in der Erde verrottet ist, ist er dazu geeignet, die Form vieler Weizenhalme anzunehmen, die aus dieser Quelle, der Saat, hervorgehen sollen.
Bekanntlich ist diese Quelle dazu bestimmt, weder Getreide noch Hafer zu werden, sondern nur ihrer früheren Form zu entsprechen, nämlich dem einzelnen Weizenhalm – auch wenn er sich bis zu einem gewissen Grad in Qualität und Quantität verändert; denn in der früheren Form war er ein einziger Halm, aus dem nun zehn Halme hervorgingen; doch in Geschmack und Aussehen bleibt das Wesen des Weizens unverändert.
Hier gibt es also ein Verhalten von Ursache und Wirkung, das auf die Eigenschaft der Quelle zurückzuführen ist, die sich niemals ändert. So wird aus Weizen niemals Getreide, und das wird „zweiter Faktor“ genannt.
Offene Diskussion
Kann ein Mensch auf etwas außerhalb der Natur Einfluss nehmen?
Der dritte Faktor: Interne Ursache und Wirkung
C) Dies ist das Verhalten der inneren Ursache und Wirkung der Quelle, die sich verändert, wenn sie auf fremde Kräfte in ihrer Umgebung trifft. So sehen wir, dass aus einem im Boden verrottendem Weizenhalm viele Halme entstehen, die den ursprünglichen Weizen an Qualität übertreffen.
Es müssen also zusätzliche Faktoren im Spiel sein, die mit der in der Umwelt verborgenen Kraft, also der „Quelle“, zusammenarbeiten und sich mit ihr verbinden. Und deshalb erscheinen nun die qualitativen und quantitativen Ergänzungen, die in der vorherigen Form des Weizens fehlten. Auf ihn wirken die Mineralien und die Stoffe im Boden, der Regen und die Sonne, indem sie ihre Kräfte beisteuern und sich mit der Kraft der Quelle verbinden. Und durch Ursache und Wirkung bringen sie die Vielfalt in Quantität und Qualität in dieser Erscheinung hervor.
Wir müssen verstehen, dass dieser dritte Faktor mit der Innerlichkeit der Quelle verbunden ist, die von der in der Quelle verborgenen Kraft kontrolliert wird. Letztendlich gehören alle diese Veränderungen zum Weizen und zu keiner anderen Pflanze. Daher bezeichnen wir ihn als internen Faktor. Der dritte Faktor unterscheidet sich jedoch vom zweiten Faktor, der völlig unveränderlich ist. Doch der dritte Faktor verändert sich sowohl qualitativ als auch quantitativ.
Offene Diskussion
Kann sich ein Mensch vorstellen, ohne die Befehle zu leben, die in jedem Moment von innen kommen?
Der vierte Faktor: Ursache und Wirkung durch fremde Kräfte
D) Dies ist das Verhalten von Ursache und Wirkung fremder äußerlicher Einflüsse. Mit anderen Worten, sie haben keinen direkten Bezug zum Weizen – wie Mineralien, Regen oder Sonne – sondern sind ihm fremd, wie benachbarte Pflanzen oder äußere Ereignisse, wie Hagel, Wind usw.
Während des gesamten Wachstums des Weizens wirken diese vier Faktoren auf ihn. Sie bedingen jeden besonderen Zustand, dem der Weizen während dieser Zeit unterworfen ist und bestimmen die Qualität und Quantität jedes Zustandes.
Was wir anhand des Weizens veranschaulichten, gilt für jede Erscheinung in der Welt, auch für Gedanken und Ideen. Wenn wir uns zum Beispiel den Zustand eines bestimmten Menschen vorstellen, wie Religiosität oder Nicht-Religiosität, oder extrem orthodox oder weniger orthodox, müssen wir wissen, dass dieser Zustand im Menschen durch die vier oben genannten Faktoren entstand.
Clips
Workshop-Fragen
(je nach Verlauf des Treffens auswählen)
Warum ist es für uns wichtig, diese Faktoren zu kennen?
Wohin führt uns der Teil des Artikels, der diese Woche erläutert wird?
Wie können wir mit der Analyse dieser wichtigen Punkte beginnen?
Wie versteht ihr die Entwicklung aus de Faktoren, die wir gelesen haben?
Bis nächste Woche